Regierungskrise
Lage in Honduras spitzt sich erneut zu

In Honduras hat sich nach der Rückkehr des gestürzten Präsidenten Manuel Zelaya die Lage erneut erheblich zugespitzt. Zelaya rief seine Anhänger zur "finalen Offensive" gegen die Interimsregierung auf.

dpa TEGUCIGALPA. Deren Präsident Roberto Micheletti forderte die brasilianische Regierung auf, ihre Botschaft in Tegucigalpa nicht zum Zentrum einer Rebellion werden zu lassen. In der Botschaft hat Zelaya seit einer Woche Zuflucht gefunden. Micheletti bekräftigte, eine Rückkehr Zelayas ins Präsidentenamt komme nicht infrage. Er hatte bereits am Samstag wieder eine Ausgangssperre in fast dem ganzen Land verhängen lassen.

Zelaya rief aus der Botschaft seine Anhänger in allen Teilen des Landes auf, an diesem Montag zur letzten Offensive in die Hauptstadt zu kommen. An diesem Tag ist es genau drei Monate her, dass ein Militärkommando Zelaya im Auftrag des Obersten Gerichtes festnahm und ihn ins Ausland schaffte. In dem Kommuniqué teilte Zelaya seinen Parteigängern mit, das Ziel des Kampfes müsse die Beendigung der Diktatur und die Wiederherstellung seiner Präsidentschaft sein. Am Donnerstag und Freitag der vergangenen Woche hatte Zelaya noch signalisiert, auch zum Dialog mit Micheletti bereit zu sein.

Die Übergangsregierung forderte unterdessen Brasilien ultimativ auf, Zelayas Aufrufe zu Gewalt und Rebellion zu unterbinden. Brasilien habe zehn Tage Zeit, um den Status Zelayas in der brasilianischen Botschaft zu definieren, hieß es in einer am Samstagabend (Ortszeit) im Fernsehen verlesenen Mitteilung des honduranischen Außenministeriums. "Wenn das nicht geschieht, sehen wir uns verpflichtet, zusätzliche Maßnahmen nach internationalem Recht zu ergreifen." Zu Beginn der vergangenen Woche war vorübergehend die Wasser- und Stromversorgung der Botschaft unterbrochen worden.

Die internationale Staatengemeinschaft erkennt nur Zelaya als rechtmäßigen Präsidenten des mittelamerikanischen Landes an. Im Konflikt mit Micheletti befürwortet sie den Vermittlungsplan des costa-ricanischen Präsidenten Óscar Arias. Dieser sieht unter anderem die Bildung einer Regierung der nationalen Versöhnung vor, der bis zur nächsten Wahl Zelaya vorsitzen soll. Micheletti will Zelaya wegen Verfassungsbruchs vor Gericht bringen. Am Freitag hatte dieser behauptet, seine Gegner hätten einen Gasangriff auf die brasilianische Botschaft unternommen und wollten ihn ermorden. Am Samstag stellten Ärzte fest, dass in der Botschaft niemand erkrankt ist.

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