Regierungskrise
Monti "sehr besorgt" um Italiens Zukunft

Der bisherige italienische Ministerpräsident Monti schließt nach seinem Rücktritt eine erneute Kandidatur nicht aus. Er sei tief besorgt um die Zukunft Italiens, sagte er in einem Interview.
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RomNach der Ankündigung seines vorzeitigen Rückzuges bangt Italiens Ministerpräsident Mario Monti um die weitere Entwicklung in dem Land. „Ich bin sehr besorgt“, räumte er in einem Interview der Zeitung „La Repubblica“ (Montagausgabe) ein. Er habe seinen Rücktrittsentschluss mit Absicht am Wochenende bekanntgegeben, um den Märkten die Chance zu geben, „einen möglichen Schlag zu verdauen. „Ich hoffe natürlich, es wird keinen geben“, fügte Monti hinzu.

Die ersten Reaktionen der Finanzwelt waren dennoch negativ. An der Mailänder Börse fielen die Kurse zum Auftakt um 2,3 Prozent. Zudem stiegen die Risikoaufschläge auf italienische Staatsanleihen. Mit Spannung wird daher der Ausgang der Auktionen italienischer Geldmarktpapiere an diesem Mittwoch und Donnerstag erwartet. „Italien sollte aufpassen, die von Monti bislang aufgebaute Glaubwürdigkeit nicht zu zerstören“, warnte die britische Investmentbank Barclays Capital.

Ob er selbst bei der nun für Februar oder März erwarteten vorgezogenen Parlamentswahl als Kandidat antreten wird, ließ Monti offen: „Ich weiß es wirklich nicht.“ Monti entschloss sich zu dem Rücktritt, nachdem die Mitte-Rechts-Partei PdL des früheren Regierungschefs Silvio Berlusconi seiner Regierung die Unterstützung entzogen hatte. Berlusconi (76) will erneut kandidieren. Der parteilose Reformer Monti ist seit November 2011 im Amt. Er will seinen Rücktritt nach der für Weihnachten geplanten Verabschiedung eines Stabilitäts- und Haushaltsgesetzes vollziehen.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Regierungskrise: Monti "sehr besorgt" um Italiens Zukunft"

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  • Ohne TARGET 2 könnten die Südländer kein Auto und keine deutsche Maschine bezahlen.

    Machen sie ja auch nicht, sondern WIR!

  • Man macht Politik nach dem Motto tarnen, täuschen, tricksen, also Machiavellismus in Reinkultur.
    Wie sollte es auch anders gehen?
    Der Gipfel ist, wenn Steinbrück "Glaubwürdigkeit" anmahnt.
    Diese Art Glaubwürdigkeit ist dann der Gipfel von Machiavellis Fingerzeigen.

  • monti arbeitet für die banken die jetzt europa kapput machen...seine 'abgang' ist rein taktisch zu verstehen...er tritt zuruck...seine banker freunde hören auf italienischen staatsanleihen zu kaufen...und aktien...der krise versachafft sich..die italiener sehen das und wunschen sich der technokrat zuruck....für 4 jahren...


    alles ein abgekartetes spiel....am ende steht der banker run EU an der macht in italien.


    goldman sachs haben ihren leute an der macht gebracht...glaubt jemand das die diesen macht einfach so abgeben wird?...nie im leben.

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