Regierungstruppen kämpfen gegen Islamisten
Schwere Gefechte in Somalia

Äthiopien hat am Sonntag erstmals mit Luftangriffen in die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und islamistischen Milizen in Somalia eingegriffen, wie Augenzeugen berichteten.

HB MOGADISCHU. Kampfflugzeuge beschossen demnach die somalische Stadt Belet Weyne, eine Hochburg der Islamisten, sowie mehrere umliegende Dörfer. Im Umkreis von Baidoa, dem Sitz der weitgehend machtlosen Übergangsregierung, lieferten sich somalische Regierungseinheiten und Kämpfer der Milizen am Sonntagmorgen heftige Kämpfe. Die Angriffe der äthiopischen Luftwaffe richteten sich gegen Belet Weyne und Dörfer in bis zu 20 Kilometern Entfernung, wie ein Sprecher des Rats der Islamischen Gerichte erklärte. Ein Augenzeuge in der Stadt berichtete, es seien eine strategisch wichtige Straße sowie ein Anwerbezentrum der Islamisten getroffen worden. Diese hatten zuvor geschworen, alle äthiopischen Soldaten aus dem Land am Horn von Afrika vertreiben zu wollen.

Äthiopien unterstützt die Übergangsregierung in Baidoa, hat aber eine direkte Beteiligung an den Kämpfen im Nachbarland stets bestritten. Bestätigt wurde lediglich die Entsendung von militärischen Beratern und Ausbildern. Beide Länder haben in den vergangenen 45 Jahren zwei Kriege gegeneinander geführt. In Baidoa kam es zu schweren Gefechten zwischen somalischen Regierungstruppen und islamistischen Kämpfern. Soldaten schossen mit schweren Waffen auf Stellungen der Miliz südlich der Stadt. Auch zwei weitere Ortschaften waren von den Gefechten betroffen, darunter die Islamisten-Hochburg Bandiradley.

Die Islamisten riefen muslimische Kämpfer aus dem Ausland am Samstag zur Teilnahme an ihrem „Heiligen Krieg“ auf. „Muslime sind Brüder und helfen einander“, erklärte Sheik Yusuf Indahaadde, der Sicherheitschef des Rats der Islamischen Gerichte. Somalia versank nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Mohammed Siad Barre 1991 in Anarchie. Die mit Hilfe der Vereinten Nationen installierte Übergangsregierung kontrolliert lediglich noch die Stadt Baidoa und wird vom Bündnis islamischer Milizen zunehmend unter Druck gesetzt. Dieses hat in den vergangenen Monaten die Kontrolle über weite Teile Südsomalias übernommen.

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