Regierungswechsel nach Wahl in Indien
Ministerpräsident Vajpayee tritt zurück

Nach dramatischen Stimmenverlusten bei der Parlamentswahl hat die Regierungskoalition, die Nationale Demokratische Allianz (NDA), am Donnerstag ihre Niederlage eingestanden. Ministerpräsident Atal Behari Vajpayee reichte seine Rücktrittserklärung ein. Als neue Ministerpräsidentin wurde Sonia Gandhi, die Vorsitzende der Kongresspartei, gehandelt.

HB NEU-DELHI. Die Kongresspartei und verbündete Parteien kamen jüngsten Auszählungen zufolge auf 219 Parlamentssitze. Zusammen mit der Linken, auf die 62 Sitze entfielen, erreichte die Opposition damit die für die Bildung der Regierung nötigen Mandate. Die von der BJP geführte Koalition kam auf 188 Sitze. „Wir werden die Regierung stellen - daran besteht kein Zweifel“, sagte der führende Kongress-Politiker Salman Khursheed dem Fernsehsender NDTV. Die Börse in der Finanzmetropole Bombay drehte nach Veröffentlichung der ersten Ergebnisse ins Plus.

Sonia Gandhi sagte, sie werde so schnell wie möglich die Führung bei der Regierungsbildung übernehmen. Außerdem kündigte sie an, ihre Partei werde den Friedensprozess mit Pakistan fortsetzen. Die beiden Länder streiten seit Jahrzehnten um die Himalaya-Region Kaschmir und bereits dreimal Krieg gegeneinander geführt. Analysten erwarteten, dass die neue Regierung die Reformen fortsetzen werde. Vermutlich werde die Reformpolitik aber so verändert, dass auch die Armen in ihren Genuss kommen und nicht nur die Oberschichten in den Städten.

Sonia Gandhi ist die Wittwe des bei einem Attentat im Jahr 1991 getöteten Rajiv Gandhi, der von 1984 bis 1989 Ministerpräsident war und seiner ebenfalls ermordeten Mutter Indira Gandhi im Amt nachgefolgt war. Der neue Erfolg der Kongresspartei ist nicht zuletzt auf die Popularität Sonia Gandhis und ihrer beiden Kinder Rahul und Priyanka zurückzuführen.

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