Regime unter Kim Jong Un
Nordkorea schiebt australischen Missionar ab

Bibelauszüge in der Nähe von Tempeln verteilen – das ist ein Vergehen, auf das in Nordkorea auch schon mal die Todesstrafe stehen kann. Ein australischer Missionar hat Glück im Unglück: Er wird nun des Landes verwiesen.
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SeoulDie nordkoreanische Regierung hat den australischen Missionar John Short nach gut zwei Wochen Haft abgeschoben. Der Mann habe sich für seine staatsfeindlichen, religiösen Handlungen entschuldigt und um Verzeihung gebeten, hieß es in einem Bericht der staatlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA.

Am Montag traf der 75 Jahre alte Short mit einem Flugzeug in Peking ein und wurde dort in die australische Botschaft gebracht. Er sei zu müde, um sich zu äußern, erklärte er den Journalisten. Short war am 16. Februar festgenommen worden, weil er Bibeltraktate in der Nähe eines buddhistischen Tempels verteilt hatte.

„Ich habe nun die Schwere meiner Beleidigung gegen das koreanische Volk eingesehen“, wird Short von KCNA zitiert. Nach dieser Aussage habe sich das Land in Anbetracht des Alters Shorts und der Toleranz seiner Gesetze entschieden, ihn abzuschieben.

Nordkoreanischen Staatsbürgern droht für die Verbreitung des Christentums Zwangsarbeit oder im schlimmsten Fall sogar die Todesstrafe. Ausländische Staatsbürger werden in der Regel abgeschoben, nachdem sie sich schuldig bekannt und um Verzeihung gebeten haben. In der Regel kommen solche Bekenntnisse aber unfreiwillig und unter Zwang zustande, wie die Betroffenen später erklären.

Noch in der Hand der nordkoreanischen Behörden befindet sich der südkoreanisch-amerikanische Missionar Kenneth Bae. Er wurde im November 2012 verhaftet und zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt. Er hat sich mittlerweile ebenfalls für seine „staatsfeindlichen Aktionen“ entschuldigt.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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