Regimegegner entsetzt

Syrien-Deal soll Nordkorea und Iran stärken

Die syrischen Regimegegner wehren sich gegen den von Russland vorgeschlagenen Kompromiss in Sachen Chemiewaffen. Sollte Assad für den Einsatz von Giftgas nicht bestraft werden, bestärkte das den Iran und Nordkorea.
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Der Chemiewaffen-Kompromiss zwischen Vladimir Putin und Barack Obama bedeutet eine Niederlage für die syrischen Regimegegner. Quelle: dpa

Der Chemiewaffen-Kompromiss zwischen Vladimir Putin und Barack Obama bedeutet eine Niederlage für die syrischen Regimegegner.

(Foto: dpa)

IstanbulDie syrischen Regimegegner wehren sich vehement gegen den von Russland vorgeschlagenen Kompromiss in der Chemiewaffen-Frage. Sollte die internationale Gemeinschaft Präsident Baschar al-Assad für den Einsatz von Giftgas gegen sein eigenes Volk nicht bestrafen, würde dies von Staaten wie dem Iran und Nordkorea als „grünes Licht“ für die Herstellung und Verbreitung von Massenvernichtungswaffen interpretiert, warnte die Nationale Syrische Allianz in der Nacht zum Donnerstag in Istanbul.

Der Vorsitzende des Militärrates der Freien Syrischen Armee (FSA), Salim Idriss, forderte, der Internationale Strafgerichtshof müsse die Schuldigen für den Giftgas-Einsatz in Syrien ermitteln und zur Verantwortung ziehen.

Falls die einzige Konsequenz aus diesem Verbrechen sein sollte, dass Assad seine Chemiewaffen unter internationale Kontrolle stellen muss, wäre dies aus Sicht der Exil-Opposition ein großer Verlust an Glaubwürdigkeit. Die Nationale Allianz erklärte: „Der Wille des syrischen Volkes wird obsiegen, so Gott will, selbst wenn die Welt unser großartiges Volk weiter leiden lassen sollte unter der Tötungsmaschinerie, den Blockaden und der Zerstörung.“

Regimegegner meldeten am Donnerstag Luftangriffe und Gefechte in zehn Provinzen. Trotz der andauernden Kämpfe wächst - wahrscheinlich beflügelt durch den sich abzeichnenden Chemiewaffen-Kompromiss - das Vertrauen der Investoren. Die Kurse von fast allen der insgesamt nur elf in Damaskus börsennotierten Firmen zogen am Mittwoch kräftig an.

  • dpa
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10 Kommentare zu "Regimegegner entsetzt: Syrien-Deal soll Nordkorea und Iran stärken"

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  • Aber das geht doch schon die ganze Zeit so. Pausenloses Geschwafel von Rebellen, syrischer Opposition, Regimgegnern usw.
    Wahrscheinlich will es die freie westliche Presse einfach nicht wahrhaben, daß immer mehr Menschen dieses Verbrechergesindel erkannt haben und ihr Tun richtig beurteilt. Tapfer versuchen sie dagegen anzuschreiben.
    Nur schade, daß die Deutschen nicht in der Lage sind, auch mal die Kriege kritisch zubetrachten, an denen sie beteiligt waren. Dann wüßten sie, daß der Giftgaseisatz und Granaten auf türki. Gebiet und Gleiwitz und der börartige Überfall blutrünnstiger deutscher Truppen auf die armen unschuldigen Polen, die selbe Seite der selben Medaile sind. Die Methoden sind immer noch die Gleichen.

    Im Krieg stirbt die Wahrheit bekanntlich zuerst. Und irgenwer muß die "neue" Wahrheit, die die man gemeinhin auch nur simpel als Kriegshetze bezeichnet doch unters Volk bringen.
    Es gibt ja genug Leute, die für Geld wirklich alles machen!

  • O-Ton Handelsblatt
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    Die syrischen Regimegegner wehren sich gegen den von Russland vorgeschlagenen Kompromiss in Sachen Chemiewaffen. Sollte Assad für den Einsatz von Giftgas nicht bestraft werden, bestärkte das den Iran und Nordkorea.
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    Der Mißbrauch des Verbs "sich wehren" ist eine der vielen modernen Sprachunsitten, die von der Handelsblattredaktion übernommen wurde.

    Antifa-Chaoten "wehren sich" mit rechtswidrigen Blockaden und Steinwürfen gegen einen "Nazi-Aufmarsch", der tatsächlich eine ordnungsgemäß angemeldete und genehmigte Demonstration ist, von der nicht die geringste Gefährdung für irgendjemanden inklusive Antifa-Chaoten ausgeht.

    ...

    Wehren kann man sich nur gegen einen Angriff.

    Sich wehren ist prima facie legitim.

    ...

    Das Gejammerere der syrischen Terroristen bezieht sich hingegen auf die Abwesenheit eines Angriffs.

    Sie wollen einen Angriff der USA und anderer Schurkenstaaten auf Syrien, und die Handelsblattredaktion verleiht dieser Kriegshetzerei mit der euphemistischen Umschreibung "sich wehren" einen falschen Anschein von Legitimität.

    Das ist kein Journalismus, sondern reine Demagogie.


  • Seit wann bestimmen paar durch Erdogan-Türkei gedopte Rauschebärte die Weltpolitik ?. Ihr stöbert zu sehr im BeKlopptenVerlag rum.

    "Eddies und Freunde aller durchsichtigen Flanel-Rechner-Statistiken" reissen hier schon sämtliche Leinen.

  • @Torsten_Steinberg
    Nach Ihrem 2ten Scenario gehen Sie davon aus, dass keiner einen Nutzen haben wird, wenn ein Anschlag ausbliebe. Meiner Ansicht nach ist das auch ohne Anschlag der Fall, oder warum wird die Opposition mit Waffen beliefert? Die Frage die daraus resultiert, womit werden diese Waffen bezahlt? Es sind meiner Meinung nach Darlehen, die zurückgezahlt werden müssen, wenn Assad beseitigt ist, e.g. in Form von Gas, Öl und sonsigen Verträgen !

  • In meiner Nachbarwohnung gibt´s Spitzel, die mir
    systematisch in die Wohnung klopfen - und darum
    bin ich FÜR KRIEG!

    MfG
    Umnlandt Gerhard, Neuötting

  • Das paßt dazu:

    Zerohedge: Saudi-Arabien hat schon vor Wochen bei Gesprächen mit Russland die Friedensbemühungen im Syrien-Konflikt für gescheitert erklärt.

    Saudi-Arabien hat in Gesprächen mit Russland bestätigt, die Kontrolle über die tschetschenischen Terrorgruppen zu haben, und angeboten diese von Anschlägen auf die Winterspiele abzuhalten, wenn Russland im Syrien-Konflikt einlenkt.

    27.8. 21:50 - Echtzeitnachricht


  • Weder Nordkorea noch der Iran haben sich eines Verbrechens unter Einsatz von Massenvernichtungswaffen bisher schuldig gemacht. Nur mal angenommen, dass wirklich beide Staaten sich mittels ihres Atomprogramms in den Besitz von Wassenvernichtungswaffen bringen wollen und sie auf diesem Wege Erfolg haben sollten, haben sie sich damit noch längst keines Verbrechens schuldig gemacht, sondern sich "nur" in die Lage versetzt, ein solches zu begehen. Gleichzeitig hätten sie ihr militärisches Abschreckungspotential erheblich erweitert. Ihre Situation wäre dann mit der des syrischen Regimes vergleichbar, bevor es in Damakus zum Einsatz chemischer Waffen gekommen ist.

    Wenn es jetzt der Weltgemeinschaft gelingt, Syriens sofortigen Verzicht auf seine chemischen Waffen tatsächlich durchzusetzen, werden Nordkorea und der Iran genau beobachten, was in Folge passiert, und daraus ihre Schlüsse ziehen:

    1. Szenario: Es folgt trotzdem und gerade in Anbetracht dessen, dass keine Abschreckung durch chemische Waffen mehr gegeben ist, eine militärische Bestrafungsaktion mit derartiger Durchschlagskraft, dass es darauf aufbauend zu einem Regime-Change kommen kann. Das käme den syrischen Rebellen oder Freiheitskämpfern, wie man sie auch immer nennen will, zwar entgegen, aber gerade dann müssten Nordkorea und der Iran daraus ableiten, dass ein Verzicht auf atomare Abschreckung für ihre jeweiligen Regimes letztendlich tödlich sein kann.

    2. Szenario: Jedwede militärische Bestrafungsaktion bleibt aus und weder die USA noch Frankreich oder ein anderer Staat, der dazu in der Lage wäre, versucht, aus der Kriegssituation in Syrien für sich selbst Nutzen zu schlagen. Nur dann würden Iran und Nordkorea wohl einen Grund mehr haben darüber nachzudenken, ob eigene atomare Abschreckung notwendig ist und die Nachteile aufwiegt, die sie durch entsprechende Sanktionen schon erleiden.

    In Bezug auf eine militärische Strafaktion trifft wohl das Gegenteil dessen zu, was syrische Regimegegner sich wünschen.

  • Syrien ist wie vorher Libyen einem schon lange vorbereiteten versteckten Angriffskrieg durch die Amerikaner und ihre arabischen Freunde ausgesetzt und zwar durch ausländische Söldner und Al-Kaida-Terroristen, die die Ölaraber finanzieren. Vermutlich auch die "Regimegegner" im sicheren Istanbul. Hier ein paar Links, die dies belegen:

    Roland Dumas, Juni 2013, ehemaliger franz. Außenminister über die langjährigen Vorbereitung der Engländer bzgl Syrien:
    http://www.youtube.com/watch?v=-MoOD1vnvaI

    Hier General Clark (2min) über die Pläne der USA seit 2001: Aufrollen der Arabischen Länder
    http://www.youtube.com/watch?v=9RC1Mepk_Sw

    Die Saudis geben zu, daß sie die tschetschenischen "Rebellen" kontrollieren, sowohl in Syrien als auch in der Russischen Föderation:
    http://www.telegraph.co.uk/finance/newsbysector/energy/oilandgas/10266957/Saudis-offer-Russia-secret-oil-deal-if-it-drops-Syria.html

    Die ganzen Giftgas-False-Flags (es gab seit über einem Jahr schon weitere, die sofort ignoriert wurden, sobald es sich herausstellte, daß die "Rebellen" dahintersteckten) dienen nur dazu, den Al-Kaida-Freunden der US-Administration quasi eine Luftwaffe zu verschaffen, nachdem sie an allen Fronten Prügel beziehen. Der Satz mit der Luftwaffe wurde übrigens von einen US-Senator sinngemäß so gesagt.

    Es kann in der gesamten Region KEINE FRIEDEN GEBEN, solange diese Kriegstreiber nicht gestoppt und vor ein Gericht gestellt werden. Wenn die Finanzierung der ausländischen Söldnern und islamischen Extremisten gestoppt wird, dann ist dieser Krieg in Syrien sofort vorbei, denn Syrer finden sich unter den "Rebellen" kaum noch!

  • Da der letzte Giftgas-Anschlag mit großer Sicherheit ein False-Flag-Angriff der (saudigerüsteten) "Regimegegner" war um damit eine "Luftwaffe" zu erwerben, ist die ganze Angelegenheit absurd, insbesondere der Hinweis auf die anderen Ländern (z.B. wer fühlt sich in Saudiarabien bestärkt - ein besonders despotisches System?)

    Und hier werfen wir mal einen Blick auf die "Regime"-Gegner (wer mehr oder schlimmeres finden will, darf selber googlen):

    http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/geostrategie/michael-snyder/obamas-psychopathische-rebellen-zerstueckeln-kleines-maedchen-bei-lebendigem-leibe.html

    http://armstrongeconomics.com/2013/09/11/obama-supporting-al-qaeda/

    http://www.iknews.de/2013/09/10/das-laute-schweigen-ueber-die-getoeteten-un-mitarbeiter-in-syrien/

    Sicher gibt es auch anständige und wohlmeinende Assad-Gegner, möglicherweise sogar lupenreine Demokraten darunter, aber das hier sind nun mal die mit den größten Kanonen, die davon daher am meisten profitieren würden, wenn Al-Quaida-Freund Obama und Konsorten sie an die Macht bomben.

  • Schmutzige Deals: Worum es im Syrien-Krieg wirklich geht

    Deutsche Wirtschafts Nachrichten | Veröffentlicht: 31.08.13, 03:35 | 182 Kommentare

    Syrien ist der Spielball in einem knallharten wirtschaftlichen Konflikt um den globalen Energie-Markt. Es geht um den Zugriff auf Erdöl und Erdgas und um die Währung, in der diese Ressourcen bezahlt werden. Die Amerikaner haben viel zu verlieren, die Russen auch.
    Der Strippenzieher im Hintergrund kommt aus Saudi-Arabien.

    Der saudische Geheimdienst-Chef Bandar bin Sultan wollte mit Russlands Präsident Wladimir Putin einen Deal schließen, der dem Gazprom-Konzern eine wirtschaftliche Perspektive nach dem Sturz von Assad in Syrien eröffnet hätte. Putin lehnte ab.


    weiter unter
    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/08/31/schmutzige-deals-worum-es-im-syrien-krieg-wirklich-geht/

    Man lese dort auch den Leser-Kommentar eines Dr. Izzeddin Musa

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