Region Katalonien
Massenblockaden vor Parlament in Barcelona

Abgeordnete erreichten eine Debatte über Ausgabenkürzungen in Katalonien nur unter Polizeischutz. Regierungschef Artur Mas wurde per Hubschrauber eingeflogen. Rund 2000 Menschen demonstrierten vor dem Regionalparlament.
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BarcelonaAus Protest gegen die Sparpolitik in der spanischen Region Katalonien haben rund 2000 Demonstranten das Parlament in Barcelona blockiert. Der konservative Regierungschef Artur Mas und weitere Politiker mussten am Mittwoch mit dem Hubschrauber zur Debatte über Ausgabenkürzungen gebracht werden. Andere Abgeordnete kamen nur unter Polizeischutz in das Gebäude.

„Ihr repräsentiert uns nicht“, riefen die zumeist jungen Demonstranten ihnen zu. Der Beginn der Sitzung wurde verschoben. Medien zufolge wurden rund 30 Menschen verletzt. Mas drohte den Demonstranten notfalls mit einem gewaltsamen Eingreifen der Polizei. „Das Recht auf freie Meinungsäußerung ist eine Sache, Gewalt eine andere“, sagte Mas. „Sie haben die rote Linie überschritten.“

Seine Mitte-Rechts-Partei CiU hatte nach ihrem Sieg bei der Regionalwahl im November festgestellt, dass das Haushaltsdefizit höher ist als von der Vorgänger-Regierung gemeldet. An den Finanzmärkten führte dies zu Sorgen, dass höhere Defizite in den Regionen den Sparkurs der spanische Regierung erschweren könnten. Experten zufolge dürfte dies aber kaum der Fall sein.

Spanien steht wegen seines konsequent eingeleiteten Sparkurses derzeit besser da als die Euro-Krisenländer Griechenland, Irland und Portugal. Es musste zuletzt am Geldmarkt kaum höhere Zinsen zur Refinanzierung zahlen. Allerdings macht dem Land die höchste Arbeitslosigkeit in der Europäischen Union (EU) zu schaffen. Vor allem junge Menschen unter 25 Jahre sind ohne Job. Dies führte im vergangenen Monat zu landesweiten Protesten mit Forderungen nach einer Reform des Wahlrechts und nach einem stärkeren Kampf gegen Korruption.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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