Regionalkonflikte
Vergebliche Suche nach Frieden auf Erden

Regionale Konfliktbeilegung steht heute weit oben auf der Agenda der Großmächte. Die Ansätze, denen sie folgen, sind vielfältig. Doch genauso oft stoßen sie dabei an ihre Grenzen - weil ihre Strategien nicht angemessen sind, weil sie die Interessen der regionalen Akteure nicht verstehen oder weil sie schlicht Fehler machen.
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BERLIN. Präsident Barack Obama hat gleich mehrere Sonderbeauftragte ernannt, um offene Regionalkonflikte einer Lösung näher zu bringen. Die Einsetzung eines solchen Beauftragten demonstriert die persönliche Involvierung des Präsidenten und die hohe Priorität, die die Bewältigung eines Konflikts in Washington genießt. Die US-Beauftragten stehen allerdings selbst für recht unterschiedliche Stile im Umgang mit den Konflikten.

So ist Richard Holbrooke, Amerikas Emissär für Afghanistan und Pakistan, schon immer ein Mann fürs Grobe gewesen; sein Name ist mit dem Friedensabkommen von Dayton verbunden, das die bosnischen Konfliktparteien nicht unbedingt freiwillig, sondern unter erheblichem Druck unterzeichneten. Ex-Senator George Mitchell, Obamas Sonderbeauftragter für den Nahen Osten, ist eher die Personifizierung des Prinzips strategischer Geduld. Er hat im Friedensprozess für Nordirland gelernt, dass solche Prozesse gut auch zehn Jahre dauern können. Scott Gration, Sonderbeauftragter der Obama-Regierung für den Sudan, ist ein pragmatischer Macher, der mit allen Konfliktparteien zu kooperieren bereit ist, letztlich aber von ihnen erwartet, dass sie rasch zu Lösungen kommen, die Amerika unterstützen kann.

Europäer und asiatische Staaten akzeptieren diese Form der präsidialen Diplomatie der USA, suchen aber Lösungen eher im Komitee: In der Sechser-Gruppe, die mit Iran im Nuklearstreit verhandelt, in der OSZE-Minsk-Gruppe für Nagorny-Karabach, im Nahost-Quartett, beim Regional Cooperation Council für Südosteuropa oder in den Sechser-Gesprächen mit Nordkorea.

Kein Fortschritt trotz großen Engagements

Dabei wird großer Wert auf amerikanische Beteiligung gelegt. Der ehemalige US-Präsident George W. Bush ist zu Recht dafür kritisiert worden, dass er wenig Interesse am Klein-Klein von Konfliktlösungen hatte. So ließ sich leicht urteilen, dass es im Nahen Osten mehr Rückschritt als Fortschritte gab, weil die USA hier fast bis zum Ende seiner Amtszeit nicht ernsthaft engagiert waren.

Schwieriger wird es, wenn die USA und andere Großmächte Engagement zeigen und dennoch kein Fortschritt zu verzeichnen ist. Zweifellos haben die Europäische Union und die USA mehrfach zur Beilegung von Konflikten beigetragen. Das Dayton-Abkommen bleibt ein Beispiel, auch wenn Bosnien-Herzegowina noch nicht zur inneren Einheit gefunden hat. Die EU kann sich anrechnen, durch rasches Eingreifen einen Bürgerkrieg in Mazedonien verhindert und zu einer friedlichen Autonomieregelung für das indonesische Aceh beigetragen zu haben.

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Kommentare zu " Regionalkonflikte: Vergebliche Suche nach Frieden auf Erden"

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  • Wer Frieden will, muss friedlich denken!
    ich glaube:

    Wir müssen alles verantworten, was wir andern
    Menschen angetan haben, wenn sich unsere Seelen
    nach dem Tod im Jenseits wieder begegnen.
    So wie „Gott“ uns hier auf der Erde gewähren lässt,
    so dürfen wir auch im Jenseits alles machen was wir
    wollen. Dann können sich alle für alles rächen, was
    ihnen angetan wurde und der „Liebe Gott“ bleibt
    tatenlos, so wie hier auf der Erde!
    Himmel und Hölle sind begriffe, die wir benutzten,
    seitdem es uns gibt und wir sprechen können, aus
    gutem Grund, denn wenn wir im Jenseits wieder
    unkontrolliert auf einander treffen, dann wird das
    böse böser als wir es uns vorstellen können, und
    das Gute schöner, als wir es uns wünschen.

  • Frieden auf der Erde....eine nette idee.
    Wird aber unter normalen Umständen NiEMALS eintreten.
    Zum Glück ist bald das "Ende der Zeit" da.....
    Das Experiment des freien Kriegs - Willens auf der Erde ist bald beendet.
    Das "Goldene Zeitalter" steht vor der Türe.
    Sehr viele Menschen werden es aber nicht erleben.
    ihr lacht darüber ?
    Das zeugt von einer oberflächlichen Lebensweise welche ihr habt.
    So lasst euch überraschen !!!
    Frohe Weihnachten

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