Regulärer Bahnbetrieb aufgenommen
Nordkoreas Grenze wird immer durchlässiger

Ein weiterer Schritt im Annäherungsprozess zwischen Nord- und Südkorea ist getan: Nach einem ersten Test im Mai haben die beiden Staaten nach mehr als 50-jähriger Unterbrechung einen regelmäßigen Güterzugverkehr aufgenommen. Und das ist nicht die einzige neue Verbindung in den kommunistischen Norden.

cot/HB SEOUL. Im Rahmen ihrer Annäherung haben Süd- und Nordkorea am Dienstag erstmals seit dem Korea-Krieg (1950-53) wieder einen grenzüberschreitenden Eisenbahnbetrieb aufgenommen. Der erste Zug fuhr von der südkoreanischen Stadt Munsan auf einem 16,5 Kilometer langen Streckenabschnitt zum nordkoreanischen Grenzbahnhof Panmun.

Er kehrte später nach Angaben des Vereinigungsministeriums in Seoul wieder zum Ausgangspunkt zurück. Auf die Aufnahme des regelmäßigen Güterzugverkehrs hatten sich beide Staaten bei ihrem Gipfeltreffen im Oktober geeinigt. Zunächst ist die Strecke nur für den Güterverkehr geöffnet worden. Wann Personenzüge durch die militärische Pufferzone zwischen beiden Ländern fahren können, ist noch unklar.

Für Korea ist dies ein historisches Ereignis. Große Aufmerksamkeit vor allem in Südkorea hatte bereits ein » Test der Bahnstrecke im Mai erhalten.

Die Zugverbindung soll dem Transport von Gütern zum und vom gemeinsamen Industriepark in der nordkoreanischen Stadt Kaesong dienen. Am Dienstag hatte der Zug auf dem Hinweg Materialien für die Schuhproduktion und Baustoffe für Kaesong geladen, auf dem Rückweg brachte er Fertigware, darunter Schuhe und Bekleidung, in den Süden. Seit der Öffnung des Gewerbekomplexes vor drei Jahren fahren bereits täglich Fahrzeuge über wiederhergestellte Straßen über die Grenze.

Doch zumindest Südkorea denkt schon weiter. Sein Interesse an der Bahnlinie in den Norden ist groß. Denn aus Südkorea – eine Wirtschaftsmacht, die unzählige Autos baut und exportiert – führt keine Straße in die Welt hinaus. Das Land wird durch das Meer auf drei Seiten und durch die entmilitarisierte Zone im Norden umgeben.

Nordkorea lässt neue Tourismusreisen zu

Die Sonderwirtschaftszone in der nordkoreanischen Stadt Kaesong soll künftig mehr sein als günstiger Produktionsstandort für Unternehmen. Das abgeschottete Nordkorea öffente die Stadt jetzt auch für regelmäßige Tourismusreisen aus Südkorea. An der ersten Tagestour zur historischen Altstadt Kaesongs nahe der innerkoreanischen Grenze hätten mehr als 330 Reisende, teilgenommen, berichtete das Unternehmen Hyundai Asan in Seoul, das bereits seit neun Jahren ein Reiseprogramm für das Kumgang-Gebirge an der nordkoreanischen Ostküste betreibt. An den Touren nach Kaesong und ins Kumgang-Gebirge können auch Touristen aus anderen Ländern teilnehmen.

Die ersten Tagesbesucher von Kaesong wurden in zehn Bussen über eine wiederhergestellte Straßenverbindung durch die militärische Pufferzone zwischen beiden Ländern ans Reiseziel gebracht. Die Stadt war bereits vor zwei Jahren Ziel im Rahmen eines Pilotreiseprogramms von Hyundai Asan. In Kaesong betreiben beide Staaten zudem einen gemeinsamen Industriepark. Das Kumgang-Gebirge war allerdings bisher das einzige Gebiet in Nordkorea mit regelmäßigem Zugang für den Tourismus aus dem Süden. Im Mai 2008 sollen auch Flugreisen zum Berg Paektu im Grenzgebiet zwischen Nordkorea und China beginnen. Auf den Ausbau des Tourismusgeschäfts hatten sich im Oktober beide koreanische Staaten geeinigt.

Hyundai bietet die Kaesong-Touren, die Besuche in einem Tempel, einem Wasserfall und einem Museum in der Hauptstadt des alten Koryo- Reiches (918-1392) einschließen, täglich außer montags für 180 000 Won (etwa 133 Euro/195 Dollar) pro Person an. Davon gehen 100 Dollar an Nordkorea. Nach Angaben der Tochterfirma des Mischkonzerns Hyundai liegen allein für Dezember bereits etwa 5000 Reisebuchungen vor.

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