Reguläres Parlament
Irak-Wahl weitgehend friedlich und gut besucht

Die Parlamentswahl im Irak ist weitgehend friedlich verlaufen. Unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen beteiligte sich nach offiziellen Angaben eine große Zahl von Menschen an der Abstimmung, bei der erstmals seit dem Sturz von Saddam Hussein über ein reguläres Parlament entschieden wurde.

HB BAGDAD. Nach dem Boykott der Wahl eines Übergangsparlaments im Januar gaben diesmal auch viele Sunniten ihre Stimme ab. Ihre Beteiligung sowie ein friedlicher Verlauf gilt als wichtiger Schritt für die Demokratisierung des ölreichen Golfstaates und ein Ende des Aufstandes im Land. Bis zur Bekanntgabe des Endergebnisses können nach Angaben der Wahlkommission zwei Wochen oder mehr vergehen.

Wegen der hohen Beteiligung verlängerte die Wahlkommission den Urnengang am Abend in einigen Wahllokalen um eine Stunde. An einigen Orten stünden Wähler noch in Schlangen an, erklärte ein Vertreter der Behörde im Fernsehen. Selbst in der Rebellen-Hochburg Falludscha westlich von Bagdad war der Andrang so groß, dass die Stimmzettel knapp wurden und es an Fahrzeugen mangelte, um Wähler zu den Abstimmungsorten zu bringen. Vor einem Jahr war die Stadt Schauplatz einer der größten Kämpfe zwischen US-Truppen und Rebellen.

Die USA werteten Beteiligung und Verlauf der Wahl als ermutigenden Erfolg. „Dies ist ein historischer Tag für das irakische Volk, für den Nahen Osten und für die Welt und es ist ein historischer Tag für die Ausbreitung von Frieden“, erklärte US-Präsident George W. Bush. In einer Serie von Reden hatte er sich zuletzt gegen Kritiker an seiner Irak-Politik selbst aus seiner eigenen Partei verteidigt und dabei immer wieder darauf verwiesen, dass die demokratische Entwicklung des Landes Fortschritte mache.

Für die 275 Abgeordnetensitze im Parlament traten 7648 Kandidaten auf 231 Listenverbindungen an. Die bekanntesten davon repräsentierten fünf Koalitionen, die sich weitgehend an Religionsgemeinschaften und Volksgruppen orientieren. Rund 150 000 irakische Soldaten und Polizisten sowie noch einmal so viele US-Soldaten waren im Einsatz, um Anschläge zu verhindern. Die Regierung hatte zudem bereits an den Tagen vor der Wahl aus Sicherheitsgründen die Grenzen geschlossen und den Verkehr im Land massiv eingeschränkt.

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