Regulierungswelle
USA begrenzen Verdienst der Bankmanager

Unter der Überschrift „Grenzen der exzessiven Vergütung für Konzernchefs und Vorstände“ sieht das Vertragswerk des US-Kongresses Restriktionen für Managervergütungen vor. Sie gelten für alle Unternehmen, die von dem Hilfspaket profitieren wollen.

NEW YORK. Die US-Politik steigt mit dem 700 Milliarden Dollar schweren Hilfspaket für die Finanzbranche in die direkte staatliche Regulierung von Managergehältern ein.

Unter der Überschrift „Grenzen der exzessiven Vergütung für Konzernchefs und Vorstände“ sieht das Vertragswerk des US-Kongresses Restriktionen für Managervergütungen vor. Sie gelten für alle Unternehmen, die von dem Hilfspaket profitieren wollen. „Keine goldenen Multi-Millionen-Dollar-Abfindungen“, heißt der erste Punkt. Vergütungen an Konzernchefs müssten limitiert werden, um unverantwortliches Risikomanagement nicht weiter zu fördern. Darüber hinaus hat sich der US-Kongress ausbedungen, Managerboni im Zweifel zurückzuverlangen, falls sich im Nachhinein herausstellen sollte, dass sie zu Unrecht ausgezahlt wurden.

Zwar ist noch unklar, wie sehr sich diese recht allgemeinen Forderungen in der Praxis auswirken werden. Beobachter sehen in dem Vertragsentwurf aber deutlich die Handschrift der Regulierer, die damit auch der wachsenden Entrüstung der Öffentlichkeit begegnen. Jüngster Aufreger: Dem gerade erst installierten Vorstandschef der Pleite-Sparkasse Washington Mutual, Alan Fishman, stehen laut Vertrag 13,65 Mill. Dollar zu – für 18 Tage im Job. Laut Börsenaufsicht SEC hatte Fishman kurz vor dem Zusammenbruch der Bank eine Antrittsprämie von 7,5 Mill. Dollar ausgehandelt sowie weitere 6,15 Mill. Dollar für den Fall, dass er ohne eigenes Verschulden ausscheiden werde. Washington Mutual legte in der Vorwoche die größte Bankenpleite in der Geschichte der USA hin.

In den Boomjahren der Wirtschaft stieß die außergewöhnliche Höhe der US-Managervergütungen selten auf Kritik. Das hat sich geändert, seit die Aktienkurse vieler Unternehmen dramatisch sinken, nicht aber die Prämien des Führungspersonals. So erhielt der mit Schimpf und Schande entlassene Ex-Chef der Investmentbank Merrill Lynch, Stanley O’ Neill, im Vorjahr einen „goldenen Handschlag“ im Wert von 162 Mill. Dollar. Auch die Vorstandschefs der jüngst von der US-Regierung aufgefangenen Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac haben Ansprüche auf Millionenabfindungen.

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