Im vergangenen Jahr zählten US-Investoren zu den aktivsten in der Region, gemeinsam mit Unternehmen aus Großbritannien und Italien; in der Hitliste der Auslandsinvestoren der lokalen Ansiedlungsagentur Erai folgen Investoren aus Deutschland auf Rang fünf. "US-Investoren kaufen am liebsten bestehende Operationen auf, deutsche Unternehmer dagegen wagen auch eine vollständige Neugründung", sagt Gauthier Fanonnel, Ansiedlungsberater der Erai. Er hat sich auf die Beratung von expansionswilligen deutschen Unternehmen der Solar-Branche spezialisiert und streift über Fachmessen, um Unternehmen gezielt anzusprechen.
Dort hat Fanonnel auch die deutsche Hawi Energietechnik GmbH getroffen und bei der Standortsuche beraten. Der Mittelständler mit Sitz im bayrischen Eggenfelden hat sich auf die Planung und den Vertrieb von Solarstromanlagen spezialisiert. "Bei der Standortsuche war klar, dass wir in den Süden Frankreichs gehen werden, weil hier ein interessantes Marktpotenzial ist", sagt Unternehmensgründer Hans Wimmer, "dabei haben wir alternativ zu Lyon auch Montpellier und Aix en Provence ins Auge gefasst."
Für Lyon hat letztlich die zentralere Lage den Ausschlag gegeben sowie die bessere Anbindung an die Verkehrsinfrastruktur. So gibt es ab dem Flughafen Lyon-Saint Exupéry Direktflüge nach München. "Auch die Nähe zu den Zulieferern war ein Argument", sagt Thibaud Marchais, der für Hawi in Frankreich die Geschäfte leitet.
Und er führt für Investitionen in der Region um Lyon noch ein kulturelles Argument an: "Die Nähe zu Deutschland und seinen Geschäftsgewohnheiten ist hier spürbar. Kultur-Schwierigkeiten zwischen Deutschen und Franzosen hat es daher nie gegeben."


