Reiche im Fadenkreuz: Die Steuerparty in Griechenland ist vorbei

Reiche im Fadenkreuz
Die Steuerparty in Griechenland ist vorbei

Die Euro-Krisenländer leiden unter der miesen Steuermoral ihrer Reichen. Ausufernde Steuerhinterziehung gilt als eine der Hauptursachen für die Schuldenkrise. Jetzt schlagen Griechenland, Italien und Spanien zurück.
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AthenEvangelos Venizelos schmiedet neue Waffen für den Kampf gegen die Steuerhinterziehung. Der griechische Finanzminister nimmt jetzt vor allem die Freiberufler und Gewerbetreibenden ins Fadenkreuz. Davon gibt es in Griechenland mehr als in jedem anderen EU-Land. Während in Deutschland etwa elf Prozent der Erwerbstätigen Selbständige sind, macht ihr Anteil in Griechenland mehr als 30 Prozent aus.

Doch beim Steueraufkommen sind die Selbständigen in Griechenland unterrepräsentiert. Sieben von zehn Freiberuflern und sechs von zehn Gewerbetreibenden deklarierten 2010 beim Finanzamt Jahreseinkommen von weniger als 10.000 Euro. Nur 73 Griechen meldeten dem Fiskus für das Jahr 2009 Einkommen von mehr als 900.000 Euro. Darunter waren 33 Angestellte und Rentner- aber lediglich sieben Freiberufler. Jeder Grieche weiß, was von diesen Zahlen zu halten ist: der Arzt, der für eine flüchtige Untersuchung 70 Euro kassiert, aber keine Quittung ausstellt; der Anwalt, der das Honorar in bar verlangt, aber nur die Hälfte quittiert; der Installateur, der für die zehnminütige Reparatur der Toilettenspülung 50 Euro fordert, auf die Frage nach einem Beleg aber das Gesicht verzieht, als habe er in eine Zitrone gebissen – alle in Griechenland kennen das.

Die griechischen Elektriker deklarierten 2011 Jahreseinkommen von durchschnittlich 12.708 Euro, die Klempner 10.474 Euro. Die Nachtklubbesitzer leben nach eigenen Angaben von durchschnittlich 6.528 Euro im Jahr. Noch ärmer dran sind die Besitzer der Frisörsalons mit gemeldeten Jahreseinkommen von durchschnittlich 5.519 Euro.

Aber besonders die Herren im weißen Kittel gelten hinsichtlich der Steuermoral als schwarze Schafe: bei Steuerprüfungen in Arztpraxen des Athener Nobelviertels Kolonaki stellten die Ermittler 2010 in jedem zweiten Fall Verstöße fest. 2011 lag die Quote noch höher, nämlich bei 62 Prozent. Von den 151 Ärzten, die in Kolonaki praktizieren, das als reichster Stadtteil Athens gilt, deklarieren nur elf Jahreseinkommen von über 100.000 Euro. Jeder Fünfte verdient angeblich weniger als 10.000 Euro im Jahr.

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  • @Pisa
    O.K.sehe ich ein. Aber einen Vorwurf muß man den Deutschen machen: Sie setzten sich nicht für Ihre Belange ein. So wie die Menschen in Deutschland abgezogen werden, müssten sie voll Demonstranten sein. Doch was passiert? Nichts!

  • Es wird Zeit, daß wie in Deutschland CD's mit Steuerflüchtigen in Griechenland auftauchen,auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil. Die "Sumpfländer", die auch uns Deutsche viel Geld kosten könnten, wenn wir Ersatz für das Geld der Steuerflüchtigen zahlen sollten, müssen gezwungen werden das Schwarzgeld herauszurücken. Ich erinnere an Peer Steinbrück, wir können nicht in Steuerfrieden leben, solange es den Steuersünderparadiesen nicht gefällt, und diese der Steuerkriminalität in den Nachbarländern Vorschub leisten.

  • Die Steuerprüfer sitzen in den Hotels die sie prüfen sollen immer noch mit den Eignern am Tisch und lassen sich bewirten. Als Grieche ko... es mich an wie die eigenen Leute unser Land kaputt machen. Warum prüft man nicht den Grundbesitz, die Villen müssen doch von irgendwelchen Geldern bezahlt worden sein. Schmeisst diese Korupten Beamte raus.

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