Reiche Länder schnüren 40-Milliarden-Dollar-Paket
IWF erzielt Durchbruch bei Schuldenerlass

Die ärmsten Länder der Welt stehen vor dem größten Schuldenerlass, den es je gegeben hat. Der Internationale Währungsfonds (IWF) machte am Wochenende in Washington den Weg für den Erlass von 40 Mrd. Dollar frei.

HB WASHINGTON. Das Abkommen muss noch vom Exekutivdirektorium des IWF sowie von der Weltbank gebilligt werden. IWF-Chef Rodrigo Rato will umgehend entsprechende Beschlüsse herbeiführen. Von dem Schuldenerlass sollen ab Ende des Jahres zunächst 18 Länder profitieren. Bis zu 20 weitere Länder können sich erst später entschulden, da sie derzeit noch nicht die Voraussetzungen erfüllen.

„Das ist ein Durchbruch, auf den wir stolz sein können“, sagte der britische Schatzkanzler Gordon Brown auf der Jahrestagung von IWF und Weltbank. Die 184 IWF-Mitgliedstaaten stellten sich damit hinter die Initiative der G8. Die sieben führenden Industrieländer und Russland (G8) hatten den vollständigen Erlass der Schulden bei IWF, Weltbank und afrikanischer Entwicklungsbank Anfang Juli beim Gipfel in Schottland beschlossen. Weil sie jedoch nur 70 Prozent der Kosten tragen und der Rest auf die anderen Mitglieder von IWF und Weltbank entfällt, mussten diese dem Abkommen noch zustimmen.

Unklar blieb, ob sich außer den G8-Ländern andere reiche Staaten an der Finanzierung des Schuldenerlasses beteiligen. Der deutsche Finanzstaatssekretär Caio Koch-Weser hatte in Washington eine finanzielle Beteiligung beispielsweise der Niederlande, Schwedens oder der Öl exportierenden Länder gefordert. Er unterstrich, dass Deutschland seinen Anteil an dem Programm nicht aufstocken werde.

Die Bundesrepublik trägt etwa neun Prozent der Gesamtsumme des Schuldenerlasses. Die Belastung für den Bundeshaushalt beträgt im kommenden Jahr nur 40 Mill. Euro, steigt aber in den Folgejahren an.

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