Reiche sollen zahlen
Großbritannien bekämpft Krise mit Steuersenkungen

Die britische Regierung will den massiven Wirtschaftsabschwung im Land mit Steuersenkungen bekämpfen. Das Maßnahmenpaket über schätzungsweise 20 Milliarden Pfund, umgerechnet rund 24 Milliarden Euro, soll Medienberichten zufolge durch Steuererhöhungen für Reiche nach der nächsten Wahl ausgeglichen werden.

HB LONDON. Finanzminister Alistair Darling wollte die Pläne am Montagnachmittag im Parlament vorstellen. „Nichts zu unternehmen, ist keine Option“, sagte Premierminister Gordon Brown am Montag auf einer Wirtschaftskonferenz laut Redetext. „Wir brauchen rechtzeitige Maßnahmen, um dauerhaften Schaden zu vermeiden.“ Seine Regierung will mehreren Zeitungen zufolge die Mehrwertsteuer für ein oder zwei Jahre auf 15 von 17,5 Prozent senken. Die Steuererleichterungen sollen noch vor Weihnachten in Kraft treten, um den Einzelhandelsumsatz anzukurbeln. Nach einem möglichen Wahlsieg 2009 will Browns Labour-Partei die dadurch entstandenen Löcher im Staatshaushalt mit einer Erhöhung der Einkommenssteuer für wohlhabende Briten stopfen. Ein Sprecher des Finanzministeriums wollte zu den Berichten keine Stellung nehmen.

Obwohl Brown durch seine Politik während der Finanzkrise in der Wählergunst wieder zulegen konnte, liegt seine Partei laut einer Umfrage vom Sonntag elf Prozentpunkte hinter den Konservativen zurück. Die Wirtschaft des Landes wird nach Schätzung eines Forschungsinstituts im kommenden Jahr um 1,5 Prozent schrumpfen. Die Arbeitslosenzahl könnte als Folge auf 2,5 Millionen steigen, sagte das Nationale Institut für Sozial- und Wirtschaftsforschung voraus. Im August lag die Quote bei knapp 1,8 Millionen Arbeitslosen und könnte bis Jahresende Schätzungen zufolge auf zwei Millionen steigen. Erwartet werde, dass die Wirtschaft in sechs aufeinanderfolgenden Quartalen bis Anfang 2010 schrumpfe, heißt es in der Prognose.

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