Reisewarnung
Gewalt auf dem Sinai nimmt zu

Im Sinai zerstören Kämpfe und Razzien die Ruhe des Urlaubsparadieses. Jetzt warnt das Auswärtige Amt vor Reisen auf dem gesamten Sinai. Veranstalter helfen deutschen Touristen vorzeitig heimzureisen.
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Kairo/BerlinAngesichts zunehmender Gewalt auf der ägyptischen Sinai-Halbinsel können deutschen Urlauber vorzeitig in die Heimat zurückkehren. Nachdem das Auswärtige Amt eine verschärfte Reisewarnung für den gesamten Sinai ausgesprochen hat, kontaktierten die deutschen Reiseveranstalter am Donnerstag ihre Kunden in den ägyptischen Badeorten.

Urlauber in Scharm el Scheich und anderen Destinationen auf dem Sinai könnten ihren Aufenthalt vorzeitig abbrechen und sich ausfliegen lassen, sagten Sprecher der Reiseunternehmen Tui und Thomas Cook der Nachrichtenagentur dpa. Derzeit halten sich schätzungsweise mehrere Hundert deutsche Touristen auf dem Sinai auf.

Bei Kämpfen und Razzien im unruhigen Norden der Halbinsel tötete die ägyptische Armee am Donnerstag sechs mutmaßliche militante Islamisten. Einer der Getöteten soll der Al-Kaida-nahen Terrororganisation Ansar Beit al-Makdis angehört haben, wie ägyptische Medien berichteten. 14 Terrorverdächtige wurden festgenommen.

Das Auswärtige Amt rät ausdrücklich von allen Reisen auf den Sinai ab. Bislang hatte das Berliner Außenministerium nur vor Reisen ins ägyptisch-israelische Grenzgebiet sowie in den Nordsinai gewarnt. Der neue Hinweis gilt nun für die gesamte Halbinsel und damit auch für die Badeorte im Süden, die bislang als sicher galten.

Ägyptische Armee und Polizei machen im Norden der Halbinsel seit Sommer 2013 verstärkt Jagd auf islamistische Extremisten. Vor knapp zwei Wochen hatte ein Selbstmordattentäter im Badeort Taba im Süden der Halbinsel an der Grenze zu Israel in einem Touristenbus eine Bombe gezündet. Er riss drei Urlauber aus Südkorea und den ägyptischen Busfahrer mit in den Tod. Zu dem Anschlag hatte sich Ansar Beit al-Makdis bekannt. Es war der erste Terrorakt gegen Touristen in Ägypten seit mehreren Jahren.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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