Rekordschulden in Euro-Zone
Griechischer Schuldenberg wächst

Allen Sparanstrengungen zum Trotz hat die Schuldenlast in den 17 Euro-Staaten einen neuen Rekordstand erreicht. Besonders Krisenländer wie Griechenland und Italien müssen sich immer mehr Geld leihen.
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Luxemburg/LondonGriechenlands Schuldenberg wächst weiter. Der öffentliche Schuldenstand des Landes betrug am Ende des ersten Quartals 160 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), wie die Europäische Statistikbehörde Eurostat am Montag in Luxemburg mitteilte. Ein Jahr zuvor hatte der Wert erst bei 136 Prozent gelegen, im Vorquartal waren es knapp 157 Prozent gewesen.

Griechenland führt im Euroraum und in der EU die Negativliste der Staaten mit dem höchsten Schuldenstand an, gefolgt von Italien mit 130 Prozent, Portugal mit 127 Prozent und Irland mit 125 Prozent. Diese Länder meldeten auch die stärksten Anstiege. Portugal und Irland erhalten ebenso wie Griechenland Milliardenhilfen der internationalen Geldgeber von EU und Internationalem Währungsfonds IWF.

Trotz aller Sparanstrengungen erreichte die Schuldenlast in den 17 Euro-Staaten zu Jahresbeginn einen Rekordstand. Laut Eurostat stieg die Gesamtverschuldung im ersten Quartal auf 92,2 Prozent, gemessen an der gesamten Wirtschaftsleistung der Euro-Zone. Ein Quartal vorher lag die Quote noch bei 90,6 Prozent, ein Jahr zuvor bei 88,2 Prozent.

Bei der Rettung Griechenlands wird vor allem um diese Schuldenquote des Landes gerungen, die bis zum Jahr 2020 auf 120 Prozent sinken soll. Sie bezeichnet den Anteil der Schulden an der Wirtschaftsleistung. Erst bei 120 Prozent kann sich ein Land nach gängiger Meinung wieder selbst an den Kapitalmärkten langfristig refinanzieren. WGriechenland etwa durchleidet seit sechs Jahren eine Rezession, die Arbeitslosenquote liegt bei etwa 27 Prozent. Für das kommende Jahr wird nun Wirtschaftswachstum und ein nomineller Haushaltsüberschuss – nach Abzug der Aufwendungen für den Schuldendienst – erwartet.

Insgesamt standen die Euro-Staaten zum Ende des ersten Quartals 2013 mit 8,75 Billionen Euro in der Kreide. Ein Jahr zuvor waren es 8,34 Billionen.

dpa 
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  • Frau Merkel, Herr Schäuble: Ist das der gute Weg Griechenlands??? Sind Sie eigentlich verrückt geworden? Wer soll das denn noch glauben? Weg mit allen Blockparteien, die unter Rechtsbruch, Affären und Meineiden leiden! Neue Alternativen müssen her. Es kann doch nicht so weiter gehen bis Deutschland ausgeraubt und pleite ist. Reichen die Schulden immer noch nicht? Der September muss die Wende bringen!

  • Eine neue Regierung muss zunächst die gegen die Gesetze unterzeichneten Verträge rückgängig machen, weil sie nichtig sind. Dann müssen wir raus aus dem Euro und der EU und alle Prioritäten wieder auf Deutschland richten. Alles andere wäre der Gau des Untergangs für alle Bürger und deren Vermögen. Die Blockparteien, die dieses Desaster angerichtet haben, müssen verschwinden.

  • Der Euro- und EU-Murks muss beendet werden. Das Fass ohne Boden kann nicht mehr nachgefüllt werden. Die Pleiteländer brauchen einen Neuanfang mit eigener Währung. Die AfD hat völlig recht mit ihrem Parteiprogramm, und darum steigt sie in der Akzeptanz. Hoffentlich ist sie stark im Bundestag vertreten, denn Rechtsbrecher und Affärenanhäufer der Blockparteien sind wohl passe´.

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