Rekordzahl
EU nimmt 2500 gefährliche Waren vom Markt

Wegen Gefahren für Kinder sind in der EU im vergangenen Jahr mehr Produkte vom Markt genommen worden. Betroffen sind vor allem Spielzeug und Textilien, etwa wegen chemischer Risiken, Verletzungs- und Erstickungsgefahren.
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BrüsselKindersandalen mit Erstickungsgefahr und Modeschmuck mit Schwermetallen: Zwei Beispiele aus dem Bericht über rund 2500 gefährliche Waren, die vergangenes Jahr in Europa aus dem Verkehr gezogen werden mussten. Das EU-Schnellwarnsystem Rapex verzeichnete 2435 Warnmeldungen und damit erneut mehr als im Jahr zuvor, wie die EU-Kommission am Montag in Brüssel mitteilte. Vor allem von Spielzeug sowie Textilien, Kleidern und Modeartikeln gingen demnach Risiken aus.

Auf diese beiden Kategorien allein entfielen 28 und 23 Prozent der Meldungen. Dahinter rangierten elektrische Geräte und Zubehör wie Mobiltelefone und Ladegerät mit neun Prozent sowie Autos mit acht Prozent. Außerdem als gefährlich gemeldet wurden Artikel zur Baby- und Kinderpflege wie Kinderwagen (drei Prozent) sowie Lampen und Zubehör (ebenfalls drei Prozent).

Gut ein Viertel der gemeldeten Waren hätten die Nutzer verletzen, ihnen etwa Schnitte zufügen können, listet der Report auf. Chemische Risiken wie Verätzungen waren ebenso häufig. Etwa zwölf Prozent der Produkte könnten zu Erstickungen führen, fast ebenso viele einen Stromschlag verursachen oder zum Erdrosseln führen.

Konkret steckt hinter diesen Risiken zum Beispiel ein Paar rosa Bade-Sandalen für Kinder. Den Plastik-Schühchen in Fischform waren auch kleine Fisch-Augen aufgeklebt worden. Genau dieses liebevolle Detail aber könnte sich leicht lösen, verschluckt werden und ein Kind ersticken, so die Einschätzung der EU-Kommission. Weitere Fälle: Modeschmuck enthielt gesundheitsschädliche Schwermetalle, Babyartikel fruchtbarkeitsschädigende Weichmacher und Lederwaren Chrom, das Hautreizungen hervorrufen kann.

Aus Deutschland kamen 296 der 2435 Meldungen. Diese Waren fielen also hierzulande das erste Mal als bedenklich auf. Die Behörden machen dann über das EU-System Rapex die anderen Länder auf die Gefahr aufmerksam. Alle Länder, die dasselbe Produkt auf ihrem Markt finden, sollen dann Gegenmaßnahmen wie Einfuhrverbote, Einstellung des Verkaufs oder Rückrufe einleiten. Außer den 28-EU-Ländern nehmen auch Island, Norwegen und Liechtenstein teil.

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  • Na ja, wenn man die eigenen Zäune (Zoll) einreißt und die heimische Industrie, wie Textil & Co. vernichtet, dann darf man sich nicht wundern, wenn WIR am anderen ENDE DER WELT giftige, menschenverachtende Arbeitsbedingungen unterstützen !

    Ich finde, jedes Land sollte einen Kühlschrank-Fernseher-Kleidung-Schuhe und Stoffe produzieren können ! Wissen und Erfahrung geht unverantwortlich verloren !
    WIR machen uns abhängig ! Das werden wir noch bereuen, da bin ich mir sicher !

    Es hat sich eine kranke, globale Welt entwickelt und gefährdet unser aller Zukunft !!

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