"Relativ glubwürdiges" Schreiben
Spanien: El Kaida droht mit neuem Terror

Die spanischen Sicherheitsbehörden halten ein Schreiben für relativ glaubwürdig, in dem das Terrornetzwerk El Kaida Spanien mit neuen Anschlägen droht.

HB MADRID. Laut der handschriftlichen Botschaft, die der Zeitung „ABC“ (Madrid) per Fax zuging, war bereits am Sonntag ein Ultimatum zum Abzug der spanischen Truppen aus dem Irak und aus Afghanistan abgelaufen. Sollte diese Forderung nicht erfüllt werden, werde Spanien „der Krieg erklärt“, hieß es nach dem ABC-Bericht vom Montag in dem Fax.

Die Erklärung sei von der zu El Kaida gerechneten Gruppe „Abu Nadschaf el Afghani“ unterzeichnet worden, die sich bereits in einem Video zu den Anschlägen des 11. März mit 191 Toten in Madrid bekannt hatte. Die Polizei und der Geheimdienst stuften das in arabischer Sprache verfasste Schreiben als relativ glaubwürdig ein, schrieb „ABC“. Die Echtheit müsse aber noch geprüft werden.

In der Botschaft bekennt sich die Gruppe auch zu dem verhinderten Bombenanschlag auf die Bahnstrecke zwischen Madrid und Sevilla am vergangenen Freitag. Dies sei nur eine Warnung gewesen, um die Schlagkraft zu demonstrieren: „Wir sind in der Lage, Euch jeder Zeit und in jeder Form anzugreifen“.

Das Schreiben sei am Samstag gegen 18.00 Uhr eingegangen, als gerade die Polizeirazzia im Gange war, bei der sich drei Stunden später fünf mutmaßliche Attentäter des 11. März selbst in die Luft gesprengt hatten.

Nach dem Selbstmord der mutmaßlichen Attentäter von Madrid haben sich die Ermittlungen in Spanien am Montag auf weitere Komplizen und mögliche Spuren ins Ausland konzentriert. „Die Ermittlungen richten sich auf zwei oder drei Personen, die möglicherweise (vor der Explosion) entkommen konnten und natürlich auf internationale Verbindungen oder Verbindungen mit terroristischen Gruppen, die bestehen könnten“, sagte der spanische Innenminister Angel Acebes. Bei einer Razzia der spanischen Polizei im Madrider Vorort Leganes hatte sich der mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge vom 11. März am Samstagabend mit Komplizen in die Luft gesprengt.

Die Ermittler untersuchten am Montag zudem, ob unter den Explosionsopfern ein fünfter mutmaßlicher Attentäter ist. Ihren Angaben zufolge zählt zu den bisher identifizierten Toten ein 35-jähriger Tunesier, den der spanische Chefermittler Juan del Olmo als „treibende Kraft“ der radikal-moslemischen Bewegung in Spanien und als Anführer der Attentäter vom 11. März bezeichnete. Bei der Explosion am Samstag war auch ein Polizist getötet worden. In Zusammenhang mit den Anschlägen auf Pendlerzüge, bei denen 191 Menschen getötet worden waren, befinden sich derzeit 15 Personen in Haft, viele davon Marokkaner.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%