Religionen
Lehmann betont Verbindung Islam und Gewalt

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, hat den Papst gegen Kritik aus der islamischen Welt in Schutz genommen. In einer Rede auf dem Jahresempfang des Gremiums in Berlin machte der Mainzer Bischof darauf aufmerksam, dass religiöse motivierte Gewalt heute fast immer mit dem Islam in Verbindung stehe.

HB BERLIN. In der Rede, die auf der » Internet-Seite der Bischofskonferenz dokumentiert ist, befasst sich Lehmann mit den Grenzen eines interreligiösen Dialogs. Der Geistliche verweist zunächst darauf, dass alle großen Religionen in ihrer Geschichte dem Versuch erlegen seien, Gewalt im Namen des Glaubens zu üben. Wichtig sei es, solche Tendenzen in der eigenen Geschichte offenzulegen. Das Schuldbekenntnis der katholischen Kirche, das Papst Johannes Paul II. im Jahr 2000 abgegeben habe, spreche eine klare und unmissverständliche Sprache.

Dies vorausgesetzt, so Lehmann, „müssen wir unsere muslimischen Gesprächspartner damit konfrontieren, dass in der heutigen Weltsituation vorgeblich religiös motivierte und religiös legitimierte Gewalt ein Phänomen darstellt, das sich vorwiegend – wenngleich nicht ausschließlich – am Islam festmacht.“ Dies bedeute nicht, Muslime unter Generalverdacht zu stellen.

Der Papst selbst äußerte sich am Mittwoch erneut bedauernd zu seiner Islam-Äußerung von Regensburg. Sie spiegele nicht seine eigene Meinung wieder und sei missverstanden worden, sagte der Pontifex. Während seines Deutschland-Besuches hatte der Papst in einer Vorlesung einen mittelalterlichen byzantinischen Herrscher mit der Kritik zitiert, der Prophet Mohammed habe die Verbreitung des islamischen Glaubens mit dem Schwert propagiert. In der moslemischen Welt hatte das Zitat einen Sturm des Protestes ausgelöst. Viele Moslems forderten eine eindeutige Entschuldigung des Papstes. Vereinzelt kam es bei den Protesten auch zu Gewalt.

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