Religionsunruhen in Pakistan
Mindestens 44 Tote beim Anschlag in Moschee

Bei einem Selbstmordanschlag in einer von schiitischen Moslems besuchten Moschee im pakistanischen Quetta sind am Freitag nach Angaben eines privaten Notfalldienstes mindestens 44 Menschen getötet worden.

Reuters QUETTA. Die Zahl der Verletzten wurde mit mindestens 65 angegeben. Behörden und Regierungsvertreter hatten zunächst von 32 Toten berichtet, aber hinzu gefügt, die Zahl könne steigen.

<ü> Über den Hintergrund des Anschlags gab es zunächst keine Informationen. In den vergangenen Jahren waren allerdings in Pakistan bei Feindseligkeiten zwischen den Glaubensrichtungen der Schiiten und Sunniten hunderte Menschen getötet worden. Präsident Pervez Musharraf verurteilte den Anschlag.

Unklarheit bestand über die Zahl der Attentäter. Nachdem es zunächst hieß, dass zwei Attentäter sich in die Luft gesprengt hätten und ein dritter Attentäter später seinen Verletzungen erlegen sei, berichteten Augenzeugen nur von einem oder zwei Selbstmord-Attentätern. Ein Augenzeuge berichtete, zwei Selbstmordattentäter hätten die Moschee betreten, bevor sie ihre Sprengladungen zündeten. Ein anderer berichtete, zwei bärtige Männer hätten auf die Gläubigen geschossen, während eine dritte Person sich in die Luft gesprengt habe.

Polizeiangaben zufolge wurde der Anschlag in einer Moschee schiitischer Moslems im Zentrum der Stadt im Südwesten Pakistans während der Gebetsstunde in der Mittagszeit verübt. Freitag ist nach dem islamischen Glauben ein heiliger Tag. Die Moscheen sind an diesem Tag stärker besucht als sonst.

Wütende Schiiten, einige von ihnen bewaffnet, versammelten sich nach dem Anschlag auf den Straßen und vor dem Krankenhaus, in das die Toten und Verletzten eingeliefert wurden. Sicherheitskräfte versuchten, die Lage zu beruhigen.

Pakistans Präsident Pervez Musharraf verurteilte den Anschlag. Er sagte während seines Frankreich-Besuchs in Paris: „Wir müssen sehr hart gegen sie (die Attentäter) vorgehen“. In Pakistan sind sunnitischen Moslems in der Mehrheit.

Für Musharraf kommt der Anschlag zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt; sollte doch sein Besuch in Europa dazu dienen, Befürchtungen westlicher Investoren hinsichtlich der Sicherheit in Pakistan zu zerstreuen, nachdem es im vergangenen Jahr zu einer Serie von Anschlägen auf westliche und christliche Ziele in dem moslemischen Land gekommen war.

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