Rendezvous der Rechten
Le Pen und Wilders gemeinsam gegen Europa

Der niederländische Rechtspopulist Wilders hat eine neue Freundin: Die Front-National-Chefin Le Pen. Die prominentesten Rechtspopulisten Europas wollen an die Spitze einer neuen Anti-Europa-Bewegung.
  • 12

Den HaagKichernd und scherzend saßen Marine Le Pen und Geert Wilders am Mittwoch im Sitzungssaal des niederländischen Parlaments in Den Haag. Wie freche Schulkinder. Die Chefin der französischen Front National und der Niederländer haben mehr gemeinsam als die blonde Haarfarbe aus der Tube: sie sind gegen Europa, gegen Zuwanderer, und sie sind die prominentesten Rechtspopulisten Europas. Zur Europawahl im Mai 2014 stellen sie sich nun an die Spitze einer neuen anti-europäischen Bewegung.

Von einem „historischen“ Pakt sprachen beide triumphierend vor Dutzenden von Kameras und Journalisten aus ganz Europa. Ziel ist die Auflösung der Europäischen Union und die Rückkehr zu starken souveränen Nationalstaaten. Wilders erwartet nichts weniger als einen „Erdrutsch in der europäischen Politik“. Der 50-Jährige aus der niederländischen Karnevalshochburg Venlo ist nie um große Worte verlegen.

Bisher scheiterten alle Versuche zu einer Anti-Europa-Koalition an gegenseitigem Misstrauen und unterschiedlichen Zielen. Doch mit den beiden Prominenten als Lokomotive könnten auch andere Parteien auf den Zug aufspringen.

Das Bündnis ist keine Liebesheirat, sondern beruht auf der pragmatischen Einsicht, dass sie allein nichts ausrichten können. Das gilt für die derzeit drei FN-Abgeordneten, darunter Vater und Tochter Le Pen, und die vier Wilders-Freunde im Brüsseler Parlament gleichermaßen.

Zwar liegen sowohl die Front National in Frankreich als auch die Partei für die Freiheit PVV in den Niederlanden in Meinungsumfragen vorn. Doch selbst wenn sie gemeinsam mit anderen Parteien bei den Europawahlen im Mai 2014 30 Prozent der Wählerstimmen gewinnen könnten, würde das noch nicht reichen.

Nur als gemeinsame Fraktion von mindestens 27 Mitgliedern aus sieben Ländern könnten sie etwas erreichen. Der Fraktionsstatus bedeutet: mehr Geld, mehr Redezeit, mehr Einfluss auf die Besetzung von Kommissionen und die Tagesordnung.

Mögliche Partner sind die österreichische FPÖ, die Schweden Demokraten und das belgische Vlaams Belang. Unklar ist aber, ob die italienische Lega Nord, die dänische Volkspartei und die Wahren Finnen mitziehen würden.

Seite 1:

Le Pen und Wilders gemeinsam gegen Europa

Seite 2:

AfD: „Mit Rechtsextremisten haben wir nichts zu tun“

Kommentare zu " Rendezvous der Rechten: Le Pen und Wilders gemeinsam gegen Europa "

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • niemand kapiert doch gerade, was hier absichtlich gemacht wird. in europa entstehen gerade randparteien, die in einigen Ländern nun großen Zuspruch erhalten. Diese Parteien sind radikal und nutzen niedere Instinkte des Menschen aus. Damals war es die NSDAP, heute, die Freiheit (in Deutschland gibts diese Deppen ja auch, siehe Stürzenberger). Warum sich die AFD distanziert, ist doch ganz klar. Die AFD will sich noch liberaler abgrenzen von den eindeutig Rechtsgerichteten Parteien in Europa. Die AFD will nun mal einen vernünftigen Weg aus der Eurokrise einschreiten. Leider hatte die Partei in Deutschland keine Chance. Aber irgendwann, wenn es mal bergab geht mit der Wirtschaft hier, dann erhalten solche Parteien enormen Zulauf. Den Deutschen geht es relativ gut, auch wenn ich immer höre, dass viele schon am Rande eines Burnouts sind. Irgendwann platzt das alles. Dann gibts einen großen Umbruch. Wenn Deutschland zusammenbricht unter der Schuldenlast wegen dem Euro, dann wird sehr heiß hergehen in Europa. Und dann werden Minderheiten wieder mal gejagt und verfolgt. Wir kennen das ja schon.

  • Das korrupte Brüsseler Machtgebilde, in vielen Bereichen ohne Legitimation, muss weg. Es ist die Voraussetzung für einen friedlichen und demokratischen Neuanfang in Europa. Die Menschen wollen keinen diktierenden und bevormundenden und teuren Bürokratismus. Die Einzelländer müssen für die Gesetzgebung und ihre Haushalte wie Ausgaben und Schulden selbst vetrantwortlich sein. Das heutige Machtgebilde, das nicht mehr bezahlbar ist, tut das Gegenteil, und das spaltet Europa mehr denn je. Die europakritischen Bewegungen werden deshalb viel Zulauf bekommen. Die rote Karte an Brüssel ist überfällig!

  • Das Problem der EU ist nach wie vor ihre Nichtakzeptanz durch die Völker Europas. Ich verstehe durchaus, dass dieses Hirngespinst einiger Intellektueller, Künstler und Politiker sowie einiger Wirtschaftsbosse nicht der Vorstellung der absoluten Mehrheit der europäischen Bevölkerung entspricht. Dieser Anteil läge bei 99% wenn es keine Subventionen an die armen Staaten gäbe. Warum wird eigentlich subventioniert und nicht getauscht? Geld gegen Soldaten wäre so ein Deal. Griechen, Spanier und Portugiesen brauchen Geld und haben bis über 50% arbeitslose junge Männer. Warum schicken wir die nicht nach Afghanistan? Ans Horn von Afrika, in den Kosovo und an die EU Aussengrenzen. Das haben wir Deutsche doch auch schon gemacht: Ab nach Kassel, war die Losung, um den Briten das Kanonenfutter für die Unterdrückung der Amis zu geben. Ist zwar moralisch bedenklich, aber in Deutschland sind es ja auch vorwiegend die armen Ossis die ihren Kopf hinhalten. Wie viel EU wäre übrig, wenn diese Länder ihr Zentralbankgold verkaufen müssten, oder eine Steuer zur Finanzierung und Absicherung unserer Kredite einführen müssten. Das Streichholzmonopol in Deutschland war solch ein Beispiel. Wenn wir das Schnaps- und Weinmonopol dieser Länder hätten....- aber das würde die EU sprengen. So EU freundlich wäre man nun doch nicht. Normales Wirtschaften, keine Quersubventionen, gleiche Richtlinien und Grundrechte. Solange aber meine deutsche Stimme bei der EUParlamentswahl weniger zählt als die aller anderen Nationalitäten und so lange wie sich ein Affe aus EU hinstellt und uns wegen unserer Exporterfolge anpisst, so lange geht mir die EU ja sowas am A..ch vorbei. Da wähle ich doch lieber rechts als doof.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%