René Bräunlich und Thomas Nitzschke
Angst um Irak-Geiseln wächst

Knapp drei Wochen nach der Entführung der Deutschen René Bräunlich und Thomas Nitzschke im Irak wächst bei Angehörigen und Freunden die Angst um das Leben der Geiseln.

dpa LEIPZIG/BERLIN/WASHINGTON. Die Fußballmannschaft eines der beiden Techniker bat am Sonntag in einer Fernsehbotschaft um die Freilassung der Leipziger. Außenminister Frank-Walter Steinmeier nannte die Situation „weiterhin bedrückend“. Die Mutter von Bräunlich sagte der dpa: „Es wird jetzt absolut zermürbend, man erfährt überhaupt nichts.“

Fußballfreunde von Bräunlich, der am Sonntag 32 Jahre alt wurde, sagten in einem vom MDR ausgestrahlten Video: „Wir appellieren an das Gewissen aller Menschen, unseren beiden Freunden zu helfen.“ Der Trainer des Fußball-Vereins SV Grün-Weiß Miltitz sagte: „Beide wollten nur eins, dem Irak helfen, damit die Menschen dort in Frieden leben können.“ Der Aufruf soll laut MDR auch bei der Deutschen Welle und dem Sender Al Dschasira im arabischen Raum ausgestrahlt werden.

Steinmeier sagte in der ARD, der Krisenstab arbeite intensiv an einer Lösung. In Gedanken sei er bei den Angehörigen der Geiseln, die weiter im Ungewissen leben müssten. Trotz intensiver Bemühungen um die Freilassung der beiden Deutschen gebe es noch keine Fortschritte. Sie waren in der nordirakischen Stadt Baidschi auf dem Weg zur Arbeit entführt worden. Seit einer Videobotschaft der Entführer Ende Januar fehlt jedes Lebenszeichen. Die Geiselnehmer hatten mit der Ermordung der Männer gedroht und die Schließung der deutschen Botschaft in Bagdad und einen Abzug aller deutschen Firmen aus dem Irak gefordert.

Unterdessen haben die Entführer der Anfang Januar gekidnappten US- Journalistin Jill Carroll im Irak eine „letzte Frist“ zur Erfüllung ihrer Bedingungen gesetzt. Das berichtete der kuwaitische Sender Alrai am Freitag unter Berufung auf den Entführern „nahe stehende Quellen“. Danach soll Carroll getötet werden, wenn den Forderungen nicht bis zum 26. Februar nachgekommen wird. Die Entführer verlangen die Freilassung aller weiblichen Gefangenen in US-Gewahrsam im Irak.

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