Reporter getötet
Konflikt um Landbesetzung in Brasilien zugespitzt

In der brasilianischen Millionenstadt Sao Paulo hat sich der Konflikt um die Besetzung von Land und Häusern durch tausende Obdachlose zugespitzt. Ihre Zahl stieg bis Mittwoch (Ortszeit) nach Medienberichten auf einem Gelände des deutschen Automobilherstellers Volkswagen auf rund 4 000 Familien. Dort sei ein brasilianischer Reporter während eines Interviews von einem unbekannten Täter erschossen worden.

HB/dpa RIO DE JANEIRO/SAO PAULO. Etwa 3 000 obdachlose Familien hielten außerdem im Zentrum der brasilianischen Wirtschaftsmetropole zwei stillgelegte Hotels und zwei Wohnblocks besetzt. Die „Bewegung der Obdachlosen Arbeiter“ (MTST) fordert die Übereignung der Immobilien. Sie will sich nach Angaben einer Sprecherin der Organisation auf jeden Fall einem Räumungsversuch widersetzen, den eine Richterin inzwischen angeordnet hat.

Die Besetzer haben auf dem Gelände vor der Fabrik und dem Verwaltungsgebäude von VW do Brasil eine Gemeinschaftsküche gebaut und hausen in behelfsmäßigen Zelten. Sie wollen nun auch „einen Kindergarten, eine Schule und eine Krankenstation“ einrichten, sagte ein Obdachlosen-Sprecher.

Bei dem Getöteten handelt es sich um den 36-jährigen Reporter und Fotografen Luiz Da Costa vom Nachrichtenmagazin „Epoca“. Der Täter sei unerkannt in das Obdachlosencamp geflüchtet, hieß es in Medienberichten. Zuvor sei ein Fernsehteam des Senders „O Globo“ von Wachmännern der Besetzer mit Messern bedroht worden.

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