Republikaner-Duell
Spitzenreiter Perry unter Beschuss

Der texanische Gouverneur Rick Perry will Präsident Obama bei der Wahl 2012 herausfordern. Er gilt als Favorit unter den Republikanern. Doch nun greifen seine Mitbewerber ihn gemeinsam an.
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WashingtonIm Rennen um die republikanische Präsidentschaftskandidatur in den USA wird die Atmosphäre zunehmend hitziger. Beim zweiten Fernsehduell von acht Bewerbern innerhalb von nur einer Woche geriet am Montagabend (Ortszeit) vor allem der texanische Gouverneur Rick Perry unter Beschuss. Der 61-Jährige führt das Bewerberfeld laut Umfragen zurzeit deutlich an. Der äußerst konservative Politiker zeigte nach Einschätzung vieler Medien einige Unsicherheiten. Er habe sich aber gut genug behaupten können, um seine Spitzenposition zu behalten. 

Im Mittelpunkt der Debatte in Tampa (Florida) standen wirtschafts- und sozialpolitische Themen. Hauptspieler war neben Perry erneut der moderatere Exgouverneur von Massachusetts, Mitt Romney, der für seinen Auftritt insgesamt gute Noten erhielt. Perry, ein Vertreter der religiösen Rechten, hatte erst vor einem Monat den Hut in den Ring geworfen und war dann fast sofort an dem bisherigen Favoriten Romney vorbeigezogen. Viele Experten halten es bereits für wahrscheinlich, dass die beiden derzeitigen Spitzenreiter am Ende das Rennen unter sich ausmachen werden. 

So verschärfte sich auch der Ton zwischen beiden in der TV-Debatte beträchtlich. Beide stritten vor allem über das Rentensystem, das Perry zuvor wegen seiner unsicheren finanziellen Zukunft als „monströse Lüge“ bezeichnet hatte. Andere Bewerber kritisierten den Gouverneur unter anderem wegen dessen relativ liberaler Einwanderungspolitik sowie einer Anordnung, die das Impfen von Mädchen gegen einen krebserzeugenden Virus zur Pflicht gemacht hat. 

Die Kongressabgeordnete Michele Bachmann, vor Perrys Einstieg der unangefochtene Liebling der populistischen Tea Party, konnte nach dem Urteil vieler Analysten wieder leicht an Boden gewinnen. Sie war in den vergangenen Wochen in Umfragen teilweise abgeschlagen auf den vierten Platz abgerutscht. In der Debatte präsentierte sie sich als besonders strikte Verfechterin radikalkonservativer Positionen. Tea-Party-Organisationen waren neben dem Sender CNN Gastgeber der Debatte, die mit dem Singen der Nationalhymne begann. 

Die ersten Vorwahlen zur parteiinternen Kandidatenkür finden im Januar oder Februar statt; die Präsidentschaftswahlen dann im November. Auf demokratischer Seite stellt sich Amtsinhaber Barack Obama zur Wiederwahl.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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