Republikaner eröffnen Parteitag
Bush: Terror ist nicht völlig zu besiegen

US-Präsident George W. Bush beurteilt die Erfolgsaussichten im Anti-Terror-Krieg skeptischer denn je zuvor. Der Kampf gegen den Terror werde eine langwierige Schlacht werden, sagte Bush dem Fernsehsender NBC. „Ich glaube nicht, dass man ihn gewinnen kann. Aber ich glaube, dass man Bedingungen schaffen kann, damit jene, die Terror als Mittel einsetzen, in Teilen der Welt weniger akzeptabel werden.“

NEW YORK. Bush bezeichnetet den Kampf gegen den Terrorismus als langfristigen ideologischen Kampf. Am Ende werde die Freiheit die Oberhand behalten, sagte Bush dem Nachrichtenmagazin „Time“. Aufzugeben wäre „eine Katastrophe für unsere Kinder“. Bush soll auf dem gestern in New York eröffneten Wahlparteitag der Republikaner für eine zweite Amtszeit nominiert werden. Auch in Sachen Irak schlug Bush neue Töne an: Die rasche Eroberung Bagdads im Frühjahr 2003 nannte er einen „katastrophalen Erfolg“. Die irakischen Truppen seien einfach geflohen, anstatt sich zu ergeben oder getötet zu werden, sagte er. Zuvor hatte Bush in der „New York Times“ eingeräumt, den Wiederaufbau des Iraks „falsch eingeschätzt“ zu haben.

Diese selbstkritischen Äußerungen sind ein fulminanter Rückzieher gegenüber der Siegeszuversicht, die Bush lange Zeit zur Schau getragen hatte. „Wir werden siegen“, war eine der häufigsten Zeilen in Bushs Reden. Hinter dem Kurswechsel stecken offenbar taktische Gründe. In der Bevölkerung ist der Unmut über ein teures und zeitlich nicht absehbares Militärengagement im Irak weit verbreitet. Diese innenpolitische Angriffsfläche, von der der demokratische Präsidentschaftskandidat John Kerry in den Umfragen lange profitiert hatte, versucht Bush nun zu reduzieren. Er hängt die Messlatte der Erwartungen tiefer.

Trotz des neuen Realismus’ bleibt der Krieg gegen den Terror das Herzstück von Bushs Außenpolitik. Zum Auftakt des Wahlparteitags in New York gedachten Tausende von Delegierten und Gästen in der zunächst nur halb gefüllten Sportarena des Madison Square Gardens der Opfer der Anschläge vom 11. September 2001. „Wir haben der Welt gezeigt, dass New York sich nicht unterkriegen lässt. Hass und Gewalt werden uns nie besiegen“, betonte Bürgermeister Michael Bloomberg.

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