Republikaner-Rennen
Zweikampf zwischen Perry und Romney

Acht Republikaner kämpfen um das Ticket als Präsidentschaftskandidat der Konservativen. Bevor der Wahlkampf richtig angefangen hat, zeichnet sich bereits ein Duell zwischen dem Tea-Party-Liebling Rick Perry und Matt Romney ab.
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WashingtonIm Rennen um die republikanische Präsidentschaftskandidatur 2012 zeichnet sich ein Zweikampf zwischen dem texanischen Gouverneur Rick Perry und dem Ex-Gouverneur von Massachusetts, Mitt Romney, ab. In ihrem ersten gemeinsamen Fernsehduell am Mittwochabend (Ortszeit) in Kalifornien lieferten sich die beiden Favoriten heftige Wortgefechte.

Den heftigsten Schlagabtausch gab es, als Perry (61) seine Kritik am derzeitigen Rentensystem bekräftigte. Er bezeichnete es als Pyramidenspiel und eine „monströse Lüge gegenüber unseren Kindern“. Romney (64) setzte sich dagegen für eine Sicherung der sogenannten Social Security ein und nannte Perrys Äußerungen eine Kränkung der derzeitigen Rentner. Perry schoss zurück: „Vielleicht ist es Zeit für eine etwas provokative Sprache in unserem Land.“

Perry zweifelte in der Debatte auch an, dass der Klimawandel von Menschenhand verursacht werde. „Die Wissenschaft ist sich nicht darüber einig“, sagte Perry. „Die Idee, die amerikanische Wirtschaft auf der Grundlage einer wissenschaftlichen Theorie, über die es keine Einigung gibt, in Gefahr zu bringen, ist in meinen Augen einfach Unsinn.“

Die übrigen sechs republikanischen Bewerber spielten in der Fernsehdebatte in der Reagan-Präsidenten-Bibliothek in Simi Valley eine eher nebenrangige Rolle, so auch die Kongressabgeordnete Michelle Bachmann. Der Liebling der radikalkonservativen Tea-Party-Bewegung hatte noch vor kurzem im Bewerberfeld überraschend stark mitgemischt, aber ist in Umfragen mittlerweile deutlich abgerutscht. Das vor allem, seit der ebenfalls erzkonservative und populistische Perry im vergangenen Monat in den Ring stieg. Er liegt seitdem in den Umfragen mit durchschnittlich zehn Prozentpunkten vor dem etwas moderateren Romney, Bachmann und der libertäre Abgeordnete Ron Paul folgen abgeschlagen auf den Plätzen drei oder vier.

Romney und Perry, der in seiner ersten TV-Debatte dieses Rennens selbstsicher und entspannt wirkte, fochten vor allem über das, was sie in ihren eigenen Staaten in Sachen Wirtschaft und Jobs erreicht haben. „Michael Dukakis hat dreimal mehr Arbeitsplätze geschaffen als Sie, Mitt“, sagte Perry mit Blick auf den früheren demokratischen Gouverneur, der sich 1988 um die Präsidentschaft beworben hatte. „George Bush und sein Vorgänger hat mit größerem Tempo Jobs geschaffen als Sie“, antwortete Romney. Perry hatte Bush nach dessen Sieg bei der Präsidentschaftswahl Ende 2000 als Gouverneur abgelöst.

Perry, so bewerteten es viele Zeitungen am Donnerstag, versuchte wiederholt, sich als ein „wahrer Konservativer“ zu präsentieren und sich damit von Romney abzusetzen, den die Tea Party äußerst misstrauisch beäugt. Sie wirft Romney vor, in seiner Gouverneurszeit teilweise liberalere Positionen vertreten zu haben und nun sein Mäntelchen nach dem Wind zu drehen. So kam etwa in der Debatte auch die hohe Zahl von Hinrichtungen in Texas unter Perry zur Sprache - bisher sind es 234. Von einem Moderatoren gefragt, ob er jemals deshalb nicht habe schlafen können, antwortete der Gouverneur: „Nein, ich habe niemals damit Probleme gehabt.“

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Wenn man den Umfragen von NBC glaubt, http://firstread.msnbc.msn.com/_news/2011/09/07/7658608-who-do-you-think-won-the-republican-debate-at-the-reagan-library ist es für die Wähler kein Zweikampf sondern eher ein Dreikampf zwischen Paul 50,4%, Romney 17.1% und Perry 14,2% (Stand 17:04 08.09.11 )

    Das in diesem Artikel Ron Paul's Teilnahme nicht mal erwähnt wird, ist bedauerlich da er auf die wenigen Fragen die ihm gestellt wurden die klarsten Antworten gegeben hat.

    Schlechter Artikel!

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