Reserve für "unwahrscheinliche" Probleme
Kongo-Mission erfordert weitere 1500 Soldaten

Für den Militäreinsatz zur Sicherung der Wahl im Kongo benötigt die Europäische Union eine Reserve von 1500 weiteren Soldaten. Dies nimmt einer der führenden Offiziere an.

HB BRÜSSEL. Der Militärplaner sagte am Dienstag in Brüssel, die EU müsse sich bei einem solchen Einsatz auch auf unwahrscheinliche Probleme einstellen. Für diesen Fall sei eine Reserve nötig. Diese Kampfgruppe könne in Europa bereit stehen, um notfalls in den Kongo zu fliegen. Die Reservetruppe wäre mit 1500 Soldaten ähnlich groß wie die eigentliche EU-Truppe, die Ende Juni unter deutscher Führung die erste freie Wahl in der Demokratischen Republik Kongo seit dem Ende der Kolonialzeit sichern soll.

Die EU hat grundsätzlich den Vereinten Nationen eine Truppe zugesagt, die vom Bundeswehrkommando in Potsdam aus geführt werden soll. Als Kommandeur ist Diplomaten zufolge ein deutscher Offizier im Gespräch. Die größten Truppenkontingente stellen Deutschland und Frankreich. Der Einsatz soll auf vier Monate begrenzt sein. Allerdings wurde eine Verlängerung bei einer Verschärfung der Lage auch in den deutschen Regierungsparteien nicht ausgeschlossen. Der Einsatz ist innenpolitisch umstritten und stößt auch beim Bundeswehrverband auf Kritik.

Der EU-Militärplaner sagte, die Reservetruppe sei wichtig, um die in die Region entsandten Einheiten abzusichern. Dies sei auch eine Frage der Glaubwürdigkeit für den Fall, dass die geplante Abschreckung scheitert. Dies sei aber nicht wahrscheinlich. Auch die Bundesregierung hatte mehrfach eingeräumt, der Einsatz sei nicht ungefährlich. Der Bundestag soll darüber im Mai beschließen. Bis dahin soll die Detailplanung der Militärs stehen.

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