Resolution beschlossen
Afghanistan will Mohnfelder vernichten

Die nationale Anti-Drogen-Konferenz ist in Kabul mit einer einstimmig verabschiedeten Resolution zur Vernichtung aller Schlafmohnfelder in Afghanistan beendet worden. Anbau und Handel von Drogen gefährdeten Afghanistans Sicherheit, hieß es in der am Freitag von den rund 500 Delegierten beschlossenen Erklärung.

HB KABUL. Innenminister Ali Ahmad Jalali äußerte seine Hoffnung, den alarmierend zunehmenden Drogenanbau bereits nächstes Jahr zu stoppen. Präsident Hamid Karsai hatte am Donnerstag zum „Heiligen Krieg“ gegen Drogen aufgerufen.

Die Delegierten - darunter Gelehrte und Stammesälteste - forderten die afghanische Regierung und die Internationale Gemeinschaft auf, den Bauern Alternativen zum Mohnanbau zu bieten. Sie sagten Karsai ihre Unterstützung im Kampf gegen Drogen und den Sicherheitskräften bei der Zerstörung der Mohnfelder zu. Karsai hatte zu Beginn der Konferenz am Donnerstag gewarnt, Drogen stellten für Afghanistan inzwischen eine größere Bedrohung dar als Terrorismus, Kriegsherren oder der sowjetische Einmarsch 1979.

Afghanistan ist nach dem Sturz der Taliban vor drei Jahren wieder zum weltweit größten Produzenten von Rohopium geworden, dem Grundstoff für Heroin. Nach dem im November veröffentlichen Bericht des für Drogen und Kriminalität zuständigen UN-Büros (UNODC) hat der Schlafmohn-Anbau in Afghanistan in diesem Jahr um fast zwei Drittel zugenommen. Vergangenes Jahr machte der Opiumhandel 2,8 Mrd. $ oder 60 % des Bruttoinlandsprodukts aus.

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