Resolution der Vollversammlung
UN fordert Aussetzung der Todesstrafe

Die UN-Vollversammlung hat am Dienstag eine Aussetzung der Todesstrafe gefordert. Der Beschluss ist zwar rechtlich nicht bindend, hat aber Befürwortern zufolge einen großen moralischen Einfluss.

HB NEW YORK. „Die Resolution ist keine Einmischung, aber wir ersuchen jeden Mitgliedstaat der Vereinten Nationen, den Beschluss umzusetzen und auch eine Debatte über die Todesstrafe zu eröffnen“, sagte Italiens Außenminister Massimo D'Alema nach der Abstimmung. Eine Reihe von Staaten, die durch die Resolution einen Verlust ihrer Eigenständigkeit befürchten, protestierte gegen die Entscheidung.

Gegen eine Abschaffung der Todesstrafe stimmten unter anderen Ägypten, der Iran, Singapur, die USA und mehrere karibische Staaten. Für ein Moratorium machten sich dagegen insbesondere die Staaten der Europäischen Union, darunter auch Deutschland, stark. Gegner der Todesstrafe hatten in den 90er Jahren zwei Mal erfolglos versucht, eine Mehrheit in der Vollversammlung für die Forderung nach einer sofortigen Abschaffung von Hinrichtungen zu finden.

Ein großer Teil der Exekutionen weltweit findet in China statt. Der kommunistische Staat ist mit dem Iran, dem Irak, den USA, Pakistan und Sudan für 90 Prozent aller Hinrichtungen verantwortlich. Nach Angaben der Menschrechtsorganisation Amnesty International haben bislang 133 Länder die Todesstrafe per Gesetz oder in der Praxis abgeschafft.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%