Resolution verabschiedet
Uno beschließt Sanktionen gegen Extremisten

Beim Vorgehen gegen den Islamismus sind sich die Uno-Vetomächte einig. Durch eine Resolution soll die Finanzierung der Terrorgruppen gestoppt werden. Unterdessen überbringt die erste Transall der Bundeswehr Hilfsgüter.
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New YorkNach dem Rücktritt des umstrittenen irakischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki will dessen designierter Nachfolger Haider Al-Abadi eine nationale Einheit formen. Er sei entschlossen, Korruption zu bekämpfen und das irakische Volk im Kampf gegen den Terrorismus zu einen, sagte Al-Abadi in einer am Freitag veröffentlichten Erklärung. Der UN-Sicherheitsrat verabschiedete währenddessen eine Resolution gegen islamistische Extremisten.

Sein Kabinett werde auf der Grundlage von „Effizienz und Integrität stehen, um das Land vor Problemen der Sicherheit, Politik und Wirtschaft zu retten“, sagte Al-Abadi weiter. Er war Anfang der Woche vom Präsidenten Fuad Massum mit der Bildung einer neuen Regierung beauftragt worden. Al-Maliki hatte am Donnerstag seinen erbitterten Widerstand gegen seine Entfernung aus dem politischen Machtzentrum aufgegeben.

Der Beschluss des Sicherheitsrates sieht Sanktionen gegen sechs Männer vor, die ausländische Kämpfer im Irak und Syrien rekrutiert oder finanziert haben sollen. Gegen sie soll ein globales Reiseverbot gelten, zudem sollen ihre Vermögen eingefroren worden. Weiter fordert der Weltsicherheitsrat, dass alle Gruppen mit Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida unverzüglich entwaffnet und aufgelöst werden.

Deutsche Transall landet im Nordirak

Konzipiert wurde die Resolutionsvorlage als Reaktion auf den jüngsten Vormarsch des Islamischen Staats. Die sunnitische Terrormiliz hat bereits große Teile Ostsyriens in ihre Gewalt gebracht. Seit Wochen sorgt sie auch im Norden und Westen des Iraks für Angst und Schrecken: Unbarmherzig gehen IS-Kämpfer dort gegen die Zivilbevölkerung vor, Hunderttausende Menschen wurden vertrieben.

Unterdessen hat eine Transall der Bundeswehr die ersten deutschen Hilfsgüter in den Nordirak geflogen. Das Transportflugzeug landete am Samstagmorgen um 02.14 Uhr deutscher Zeit auf dem Flughafen in Erbil im nordirakischen Kurdengebiet. Dorthin hatten sich Zehntausende Jesiden, Christen und andere Vertriebene gerettet, die vor der Terrormiliz Islamischer Staat geflüchtet waren. An Bord der Maschine waren 6,6 Tonnen Hilfsgüter, unter anderem Lebensmittel.

Um die Gefahr zu verringern, von handgestützten Waffen getroffen zu werden, näherte sich die Transall dem Flughafen in Erbil in einem sogenannten taktischen Anflug, wie der Co-Pilot der dpa sagte. Dabei gingen die Piloten zur Landung aus großer Höhe abrupt in einen steilen Sinkflug über. Weitere Hilfsflüge der Bundeswehr vom türkischen Incirlik aus soll es voraussichtlich am Samstagabend geben.

Die EU-Außenminister versprachen bei einem Krisentreffen zu der verheerenden Situation im Irak humanitäre Hilfe. Sie kündigten zudem an, direkte Waffenlieferungen an die Kurden im Norden zu prüfen, die von der Terrormiliz Islamischer Staat angegriffen werden. Ein gemeinsames Konzept aller 28 Mitgliedstaaten wurde noch nicht vereinbart; Frankreich und Großbritannien haben den Kurden bereits die Lieferung von Waffen und Munition zugesagt.

Deutschland, die Niederlande und andere Staaten sagten, sie würden dies prüfen. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier wollte am Wochenende in den Irak fliegen, um in Gesprächen mit kurdischen Führern und der Regierung zu klären, was benötigt werde.

Währenddessen setzen die USA ihren militärischen Kampf gegen die IS-Kämpfer im Nordirak fort. US-Kampfdrohnen zerstörten nahe der Stadt Sindschar zwei bewaffnete Fahrzeuge der Terrormiliz, wie die zentrale Führungsstelle des US-Militärs am Freitag mitteilte.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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