Ressourcen
Experten beraten über Ausweg aus globaler Wasserkrise

Zum Auftakt des 5. Weltwasserforums in Istanbul hat der türkische Staatspräsident Abdullah Gül internationale Anstrengungen zur Sicherung der Trinkwasserversorgung gefordert. Denn die ist dank Klimawandel und Zunahme der Bevölkerung gefährdet.

HB Istanbul. "Wir müssen verstehen, dass Wasser eine begrenzte Ressource ist", sagte Gül vor Politikern, Wissenschaftlern und Wirtschaftsvertretern aus mehr als 100 Staaten. Bei dem weltweit größten Expertentreffen soll bis zum Wochenende über den Zugang zu sauberem Wasser, Wasserrechte und den Einsatz moderner Technologien beraten werden. Experten warnen angesichts einer zunehmenden Weltbevölkerung und der Veränderung des Klimas vor einer Krise bei der Wasserversorgung.

Zu dem Treffen werden in der türkischen Bosporus-Metropole bis zum 22. März auch Vorsitzende internationaler Organisationen, Minister aus mehr als 100 Staaten sowie Staats- und Regierungschefs erwartet. Insgesamt wird mit etwa 20 000 Teilnehmern gerechnet. Vor dem Treffen hatten Experten bereits gefordert, es müsse verstärkt gegen Wasserverschwendung und Missmanagement vorgegangen werden.

Gül warnte davor, Fehler der Vergangenheit fortzusetzen. Der Schutz des Wassers betreffe alle Menschen. "Für die Sicherheit der Lebensmittelversorgung ist das Wasser eine Notwendigkeit", sagte er. "Das Wasser ist nicht nur Leben, es bedeutet auch Zivilisation."

Allerdings gibt es einen Richtungsstreit um Lösungsansätze. In einigen Ländern wie in der Türkei setzen Regierung und Wirtschaft auf den Bau neuer Staudämme, um zusätzliches Land zu bewässern und Energie zu erzeugen. Umweltgruppen warnen vor den Folgen solcher Großprojekte, die für Menschen und Natur neue Probleme schafften. Nichtregierungsorganisationen halten in Istanbul in dieser Woche ein Alternativforum ab.

Bei Protesten gegen das Weltwasserforum nahm die Polizei 17 Demonstranten fest. Eine Gruppe habe versucht, zum Konferenzgelände zu gelangen, um gegen eine zunehmende Nutzung von Wasser als Wirtschaftsgut zu demonstrieren, berichtete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu. Die Polizei setzte den Angaben zufolge Knüppel und Tränengas ein. Die Demonstranten hatten Plakate mit den Aufschriften "Wasser ist Leben. Es kann nicht verkauft werden" und "Ausreichend Wasser für alle" getragen.

Das zurückliegende Weltwasserforum war 2006 in Mexiko-Stadt organisiert worden. Es wurde vor allem von der Frage bestimmt, ob es sich bei Wasser um ein Wirtschaftsgut handelt, oder ob der Zugang zu der Ressource ein Grundrecht sei. Die Teilnehmer hatten sich bis zum Schluss nicht darauf einigen können, den freien Zugang zum Wasser als ein Grundrecht aller Menschen zu bezeichnen. Minister aus 120 Staaten appellierten in einer Abschlusserklärung lediglich dafür, die Bedeutung des Wassers für eine umweltfreundliche Entwicklung der Welt anzuerkennen.

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