Rettung für Athen: Die Zuversicht nimmt zu - zumindest offiziell

Rettung für Athen
Die Zuversicht nimmt zu - zumindest offiziell

Statt nach Rom zu reisen sprach Bundeskanzlerin Merkel heute am Telefon mit Italiens Regierungschef Monti. Offizielles Ergebnis: Eine Einigung zu Griechenland steht bevor. Doch es gibt auch weniger optimistische Stimmen.
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Rom/Berlin/LuxemburgDeutschland und Italien sind nach offiziellen Angaben aus Rom „zuversichtlich“, dass beim Treffen der Euro-Gruppe am Montag eine Einigung über neue Hilfsgelder für Griechenland erzielt wird. Dies sei das Ergebnis einer Telefonkonferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Italiens Ministerpräsident Mario Monti und auch dem griechischen Regierungschef Lucas Papademos, teilte am Freitag die Regierung in Rom mit.

Der Vorsitzende der Euro-Gruppe, Jean-Claude Juncker, forderte, bei dem Treffen am Montag müsse es „mindestens“ eine Einigung über den  Schuldenschnitt für Athen geben. Es sei zudem „weise, sinnvoll und

empfehlenswert“, sich auch auf die Grundzüge des zweiten Hilfsprogramms zu einigen, sagte Junker vor Journalisten in Luxemburg..

Die Euro-Gruppe kommt am Montag in Brüssel zusammen, um über die Rettung Griechenlands vor der Staatspleite zu beraten. Dafür sollen die privaten Gläubiger des hochverschuldeten Landes freiwillig auf Forderungen in Höhe von 100 Milliarden Euro verzichten. Dieser Schuldenschnitt ist die Voraussetzung dafür, dass die Euro-Länder ein zweites Hilfspaket in Höhe von insgesamt 130 Milliarden Euro beschließen.

Wie der „Spiegel“ vorab aus seiner neuen Ausgabe berichtet, hat sich die Mehrheit der Euro-Finanzminister inzwischen aber auf ein Scheitern der Griechenland-Rettung eingestellt. Vor allem Deutschland stemme sich wegen der weiterhin immens hohen Staatsverschuldung gegen rasche Hilfen für Athen, berichtete der „Spiegel“.

Zumindest einige Fragen sind noch offen, an deren Beantwortung voraussichtlich noch bis Sonntagnacht gearbeitet, sagte ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums am Freitag in Berlin. Es müsse sichergestellt werden, „dass wir ein Programm abschließen mit der gebotenen Länge, Dauer und Nachhaltigkeit“. Derzeit sei es noch zu früh zu sagen, wie die Entscheidung ausfallen werde.

Der Sprecher wies zugleich die Spekulationen zurück, es gebe bereits Planspiele für eine Insolvenz Griechenlands. „Wir arbeiten daran, dass Griechenland langfristig stabilisiert wird. Wir arbeiten daran seit 2010 rund um die Uhr“, versicherte er.

Der „Spiegel“ zitierte einen Regierungsinsider aus Berlin, wonach am Montag als Alternative zu einer Einigung auf neue Hilfsgelder auch die Weichen für eine Pleite Griechenlands mit anschließendem Euro-Austritt gestellt werden könnten. Der französische Regierungschef François Fillon wies am Freitag Spekulationen über eine Staatspleite Griechenlands als „völlig unverantwortlich“ zurück. „Wir müssen absolut alles unternehmen, um einen Zahlungsausfall Griechenlands zu verhindern“, forderte Fillon. Da das griechische Parlament den Sparvorgaben der internationalen Gläubiger und der Banken zugestimmt hätten, müssten nun auch „die Europäer ihren Zusagen nachkommen“, sagte er. „Das ist die Position, die Frankreich vertritt.“

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  • Die Politiker scheinen voller Freude darüber zu sein, dass sie endlich weitere 130Mrd. Euro nach Griechenland transferieren dürfen. Was geht in solchen euromantischen Köpfen eigentlich vor sich? Geld das hier unbedingt gebraucht würde, wird in ein Faß ohne Boden geworfen und die Politiker sind voller Zuversicht, dass sie endlich das Geld für GR freimachen können. Zusätzlich ein 100 Mrd. Krediterlaß, d.h. ein 100 Mrd. Geschenk an die Griechen - kein Problem, das stecken wir doch einfach weg: Peanuts.
    Gibt es den niemanden der unsere Chaotenpolitiker endlich mal wachrüttelt?

  • Vor höchstens vier Wochen schrieb ich ein Kommentar zu einem Artikel im HB, wo ich beschrieben hatte wie der Tag nach der Bekanntgabe der GR-Pleite aussehen könnte.....

    Teil 1 scheint jetzt einzutreten, nämlich dass jetzt gesagt wird das alles in bester Ordnung sei....

    und in den Hinterzimmern der Regierungen der Fall für eine Pleite durchgespielt wird.


    WESHALB WOHL?!, werden solche Nachrichten immer zum Wochenende an die Öffentlichkeit gegeben.
    Nach 20.00 CET am Freitag haben die Amis noch Zeit ein paar Bits bis 22.00 CET zu stellen und die Börsen für Montag zu justieren.... leider ist am Montag in USA "Presi-day" und deren Börsen kommen dann erst am Dienstag zum Zug...dann aber, wie immer, mit voller Wucht.

    ....meine zweite Ansicht war, dass die in Euro -nicht währungsgesicherten- Anlagen wertlos werden, da der € kollabiert...
    dies scheint aber ,Gott sei dank, nicht einzutreten.

    So, mal abwarten was der "Rosen"-Montag dann bringt.

  • Genau und das ist der Punkt. Expraesident Wulff hätte diesen ESM Vertrag unterzeichnen müssen und hielt diesen für bedenklich. Ab da an begann die Hatz

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