Rettungshilfen enden bald
Portugal will neue Kreditlinie aushandeln

Mitte 2014 läuft das Rettungsprogramm für Portugal aus. Finanzminister de Lima will daher über eine neue Kreditlinie verhandeln. Ökonomen glauben jedoch, dass das Land weiter Hilfen der EU brauchen wird.
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LondonPortugal bemüht sich um ein Sicherheitsnetz seiner internationalen Geldgeber, weil das Rettungspaket für das Land bald ausläuft. Wirtschaftsminister Antonio Pires de Lima kündigte an, Anfang 2014 solle eine Kreditlinie verhandelt werden. „Ich glaube aber wirklich nicht, dass wir ein zweites (Hilfs-)Paket brauchen“, sagte der Minister in London. Es habe zwar schon viele Fortschritte gegeben, trotzdem sei noch einiges zu tun. Portugal werde sein Ziel für 2014 erreichen, das Haushaltsdefizit im Verhältnis zur Wirtschaftskraft auf vier Prozent zu senken. Damit läge es aber immer noch oberhalb der EU-Grenze für die Neuverschuldung von drei Prozent.

Das 78 Milliarden Euro schwere Rettungsprogramm für Portugal läuft Mitte 2014 aus. Viele Ökonomen gehen davon aus, dass das Land danach noch auf Hilfen der EU angewiesen sein dürfte. „Ohne Krücken wird es nicht gehen“, sagt etwa Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Portugal werde wohl sogenannte vorsorgliche Kreditlinien des Euro-Rettungsfonds ESM beantragen. Auch Irland strebt eine ähnliche Kreditlinie an, wenn sein eigenes Paket über 85 Milliarden Euro Ende 2013 ausläuft.

Portugals Wirtschaft kommt nach der jüngsten Rezession langsam wieder in Schwung. Nach den ersten acht Monaten des Jahres liegt das Leistungsbilanzdefizit nur noch bei 1,16 Milliarden Euro, wie aus Daten der Zentralbank hervorgeht. Vor Jahresfrist hatte noch ein Defizit von 1,7 Milliarden Euro zu Buche geschlagen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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