Rettungsprogramm für Griechenland: Europäer und IWF einigen sich auf Reformpaket

Rettungsprogramm für Griechenland
Europäer und IWF einigen sich auf Reformpaket

Griechenland kommt der nächsten Finanzspritze näher: Der IWF und die europäischen Geldgeber haben sich grundsätzlich auf die Reformforderungen geeinigt. Ob Athen sich an die Auflagen hält, ist weiter offen.
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BerlinDie Europäer und der Internationale Währungsfonds (IWF) haben sich im Streit um das griechische Rettungsprogramm offenbar auf eine gemeinsame Position geeinigt. Die Vertreter der Geldgeber hätten sich in Telefonschalten auf ein Reformpaket verständigt, sagte ein Insider dem Handelsblatt. Am Freitag sollten diese abgestimmten Forderungen der griechischen Regierung bei einem Treffen in Brüssel vorgelegt werden. Daran soll Finanzminister Euklid Tsakalotos teilnehmen.

Ob Athen die Auflagen akzeptiere, sei allerdings noch offen. Falls ja, könnten die Kontrolleure der Geldgeber in der kommenden Woche nach Griechenland zurückkehren, hieß es. Schon eine Verständigung zwischen den Geldgebern gilt als Fortschritt. Der Währungsfonds soll das von den Europäern geforderte Haushaltsziel eines Primärüberschusses von 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) immerhin für eine begrenzte Zeit akzeptieren. Die Rede ist von den Jahren 2018 und 2019. Der IWF hatte lange eine Lockerung der Sparauflagen gefordert und argumentiert, dass ein Ziel von 1,5 Prozent besser für das griechische Wirtschaftswachstum sei.

Die Frage, welche Sparauflagen Athen für die Zeit ab 2020 auferlegt werden sollen, scheint allerdings noch offen. Das solle später geklärt werden, erfuhr das Handelsblatt aus Verhandlungskreisen. Dann soll auch über mögliche Schuldenerleichterungen diskutiert werden. Die fordert der IWF weiterhin, während die Bundesregierung sie ablehnt. IWF-Europadirektor Poul Thomsen hatte vergangene Woche Gespräche im Berliner Finanzministerium geführt.

Die Europäer, allen voran Deutschland, sollen weiterhin dafür werben, dass Griechenland möglichst lange die ambitionierten Haushaltsziele erreicht. Die Strukturreformen, die man der Athener Regierung nun vorlege, sollten „permanent“ wirken, betonte ein Verhandlungsführer. Details sollen dann von den Kontrolleuren in Athen geklärt werden.

Der Autor ist Korrespondent im Hauptstadtbüro des Handelsblatts.
Martin Greive
Handelsblatt Berlin / Korrespondent

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  • "Ob Athen sich an die Auflagen hält, ist weiter offen"

    Genauso offen wie der Ozean.

    Einstweilen hält man sich weiterhin - wie gehabt - irgendwie über Wasser.

    Die einen besser (meist die, die ohnehin schon immer zu den "Bessergestellten" gehörten, einschließlich so gut wie der geschlossenen politischen Kaste), während der große Rest sich irgendwie und mehr schlecht als recht durchschlägt

    Hoffentlich ist bald mal Land in Sicht..

  • Ein typischer Fall, mit optimalen Ergebnis, für die Schadenskanzlerin. Kann man mehr Schaden anrichten ? Das Geld ist weg, das Land seit Jahren Pleite und die Okkupanten warten auf die Weiterreise ins gelobte Land.

  • sollte sich unser Finanz-Golem Schäuble geirrt haben und Griechenland ist doch noch nicht auf einem guten Weg?
    Hoffentlich kracht es noch richtig vor der Wahl, damit der eine oder andere evtl. doch noch aus dem Tiefschlaf aufwacht.......

    Und was sagt eigentlich SPD-Kanzlerkandidat Schulz dazu?

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