Rettungsschirm Aufseher fordert weitere Hilfen für Europas Banken

Bankenaufseher Enria alarmiert Europas Finanzminister. Die Kapitalbasis der Banken sei so dünn, dass sie rasch Finanzspritzen benötigten. Das Geld solle der Rettungsschirm EFSF bereitstellen - was Berlin gar nicht passt.
Update: 30.08.2011 - 09:48 Uhr 36 Kommentare
Dunkle Gewitterwolken über der Skyline von Frankfurt am Main. Quelle: dpa

Dunkle Gewitterwolken über der Skyline von Frankfurt am Main.

(Foto: dpa)

HamburgDie europäische Bankenaufsicht EBA ist offenbar in großer Sorge über die knappe Kapitalausstattung europäischer Banken. Die Behörde setzt sich für schnellere Kapitalspritzen für angeschlagene Geldinstitute ein. Nach Informationen der „Financial Times Deutschland“ forderte EBA-Chef Andrea Enria in einem Brandbrief an den Rat der europäischen Finanz- und Wirtschaftsminister, dass der europäische Rettungsschirm EFSF fortan direkt Geld an Banken geben darf, um sie vor Schieflagen zu retten. Dem Bericht zufolge plant Enria, sein Schreiben am Dienstag oder Mittwoch abzuschicken.

Der 725 Milliarden Euro schwere Rettungsfonds würde damit zum Miteigentümer der Geldhäuser - und sein Aufgabengebiet ein weiteres Mal ausdehnen. Bisher darf der Krisenfonds nur Geld an einzelne Länder verleihen. Die Staaten können es aber, wie im Fall von Irland, an ihre Finanzinstitute weiterreichen.

Die EFSF könnte bei Verwirklichung von Enrias Vorschlag künftig bei Bedarf schneller handeln als bislang und damit notleidende Banken mit einem dickeren Kapitalpolster ausstatten, schreibt das Blatt. Enria stelle sich mit seinem Vorstoß gegen EU-Kommission und Bundesregierung, liege aber auf einer Linie mit Christine Lagarde. Die IWF-Chefin hatte am Wochenende mit ihrer Forderung, Europas Banken dringend mit Milliarden zu versorgen, Aufsehen erregt. Nur so könnten sie den Risiken widerstehen, die angesichts der Schuldenkrise und des schwachen Wirtschaftswachstums drohten.

Die Mehrheit der 27 EBA-Länder habe den Plan bereits gutgeheißen. Deutschland allerdings sei strikt gegen mehr Befugnisse für den EFSF, berichtete die „Financial Times Deutschland“ unter Berufung auf einen „deutschen Insider“. „Die EBA lässt ihre Muskeln spielen. Sie macht eine Tür auf, die wir geschlossen halten wollen“, zitiert ihn die Zeitung. Das Geforderte gehe weit über die Beschlüsse des Gipfels der Eurozone vom 21. Juli hinaus.

Die Bankenaufsicht EBA hatte im Juli die Ergebnisse ihres jüngsten Stresstests von 91 europäischen Banken veröffentlicht. Dabei fielen nur acht Banken durch, unter ihnen fünf spanische Institute. Die Stresstests sollten die Widerstandsfähigkeit von Banken im Falle einer Krise überprüfen. Die EBA hatte sich dazu Krisenszenarien ausgedacht, die die Banken durchrechnen mussten.

Der europäische Rettungsfonds verfügt über 725 Milliarden Euro von Euro-Ländern, EU-Kommission und Internationalem Währungsfonds (IWF). Er soll 2013 auslaufen und von einem ständigen Krisenmechanismus abgelöst werden.

  • dapd
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36 Kommentare zu "Rettungsschirm: Aufseher fordert weitere Hilfen für Europas Banken"

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  • Stimmt.
    Ich finde, wir soltlen jetzt doch mal Anträge stellen, dass man uns mal rettet.
    Rettet vor dem kriminellen Gesidnel welches unser Land vollkommen ruiniert und dabei auch noch straffrei bleibt

  • sehe ich auch so.
    Es wird Zeit, dass endlich die Menschen in Europa aufstehen und all diese Finanzhaie mit dem Baseballschläger zum Teufel jagen. Eher wirden wir keine Ruhe bekommen

  • Frisches Steuergeld -Geld von Banken ist wie Raschgift fuer Suechtige... jedenfalls wird nun das Kind beim Namen genannt: die Banken brauchen das Geld.....zur Griechenhilfe....Ja dann koennen auch die Zentrakbanken Griechenland direkt helfen, ohne den teuren UMweg ueber eine GYROSKONTO bei den Banken, das ist billiger, fuer alle Zahlenden!

  • Die EFSF sollte kein Geld aus Steuermitteln erhalten. Eher sollte das Geld bei den Geberländern bleiben und im Bedarfsfall sollte der Staat Bankanteile erwerben. Die daraus entstehenden Zinsen sind dann den Renten und Pensionen gutzuschreiben.

  • Auch wenn sich alle aufregen. Der SED-Bundestag wird am 29. September mit Hilfe der "Opposition" allen Forderungen der ESM Europa Kommissare bedingungslos zustimmen.

    Anstatt sich daran zu versuchen die Gedankengänge der EUDSSR Banken Aufseher zu analysieren ist es höchste Zeit sich für die Demokratie einzusetzen. Denn ohne Demokratie haben alle Medien und Wähler ihre Daseinsberechtigung verloren!

  • @Kommissar
    Sie schreiben tatsächlich völligen Unsinn. Die 80 Milliarden decken nicht einmal den Teil an versicherungsfremden Leistungen, den der Bund aus der Rentenkasse jährlich stiehlt. Das sind keine Zuschüsse, wie Sie behaupten.

  • Die Banken sollen endlich mal ihre Schulden zahlen, die sie den Staaten an den Hals gehenkt haben. Hier einige Zahlen:
    Irland: 2007 25,0%/2010 112,1% des BIP
    Spanien: 2007 36,1%/2010 68,1% des BIP
    Deutschland: 2007 64,9%/2010 82,4% des BIP
    Portugal: 2007 68,3%/2010 101,7% des BIP
    Griechenland: 2007 105,4%/2010 157,8% des BIP
    Es muss endlich Schluss sein mit der Bankenrettung, sie hat das ganze Finanzsystem in Verruf gebracht. Will aber dafür nicht haften, sondern verlangt in geradezu unverschämter Weise weitere Milliarden.

  • @ kommissar - rentner -
    Bei Ihnen hat sich die Lobbyarbeit der INSM (Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft) bereits bezahlt gemacht; denn ansonsten könnten Sie einen solchen Unsinn, bezüglich der Rentner nicht schreiben.
    Sie sollten sich sachlich und fachlich qualifizieren bevor Sie solche Kommentare im HB von sich geben.
    Wenn ich "Stammtischniveau" schreiben würde, würde ich viele Stammtischler beleidigen, denn deren fachliches Wissen ist offensichtlich höher zu bewerten.
    Bezüglich der Banken hat Fr. Enria recht. Aber weshalb sollen die Bankenzocker von Steuerngelder bezuschusst werden?

  • Ich kann die ganze Aufregung nicht verstehen, lt. Stresstest ist doch alle OK. Und alle Banken stehen auf festen Füßen.

    Als letzte Möglichkeit bleibt natürlich die Schuld der Illuminaten. Oder wir werden wie immer nur verarscht.

  • "Bankenaufsicht will Euro-Rettungsschirm kapern"

    Diese Überschrift aus einem anderen Portal trifft es besser.
    Alle in der Finanzwelt haben gesehen, wie leicht es ist an den Steuertopf zu kommen. Und jetzt handeln sie. Ein wenig drohen hier, ein wenig erpressen da ... und schon fließen die Gelder.

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