Rettungsschirm
ESM-Chef soll mehr verdienen als Kanzlerin

Laut einem Medienbericht soll der künftige Direktor des Rettungsschirms ESM mehr verdienen als die deutsche Kanzlerin. Sein Grundgehalt beträgt 324.000 Euro - für einen Finanzprofi sei das angebracht, heißt es.
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BerlinDer Chef des künftigen Euro-Rettungsfonds ESM soll nach Informationen der "Welt am Sonntag" mehr verdienen als Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Wie die Zeitung unter Berufung auf vertrauliche "Beschäftigungsbedingungen" berichtete, ist für den Geschäftsführenden Direktor des ESM ein Grundgehalt von 324.000 Euro brutto jährlich vorgesehen. Die Grundbezüge der Bundeskanzlerin betrügen rund 190.000 Euro, mit Aufwandentschädigung und Abgeordnetendiät komme sie auf weniger als 290.000 Euro, berichtete die Sonntagszeitung weiter.

Wer Direktor des ESM wird, ist noch offen. Als ein Kandidat wird der Deutsche Klaus Regling genannt, der den vorläufigen Rettungsschirm EFSF leitet. Für leitende Angestellte des ESM sind dem Bericht zufolge Gehälter zwischen 64.000 und 167.000 Euro vorgesehen. Ende des Jahres sollen beim ESM rund 75 Angestellte arbeiten.

Im Endstadium wird der Fonds über 700 Milliarden Euro verfügen. Als Begründung für die Gehälter wird laut "WamS" darauf verwiesen, dass Finanzprofis das Geld verwalten müssten. "Das Hauptziel der Vergütungspolitik des ESM besteht in der Einrichtung eines wettbewerbsfähigen Vergütungspakets", zitiert die Zeitung aus dem Entwurf zu den Beschäftigungsbedingungen, die noch vom ESM-Direktorium beschlossen werden müssen.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Rettungsschirm: ESM-Chef soll mehr verdienen als Kanzlerin"

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  • Man kann staunen, wie im und um das ESM-Vertrags-Bewußtsein zwischen Geld-Rechten begrifflich fein unterschieden wird.

    Da tauchen Wörter und Abkürzungen auf wie:
    - Seniorität von Steuergeldern
    - CDS für Creditausfallversicherung
    - Status des „bevorrechtigten Gläubigers“ (Subordination)
    - Vorrangigkeit gegenüber anderen Anleihebesitzern

    Was für ein finanzielles Feingefühl für das Erhaschen von Luftblasenkrediten !

    Wenn man dann die grobschlechtige Wertvernichtung der dt. Amtsgerichte bei Teilungs- und Zwangsversteigerungen betrachtet, wo reale Immobilienwerte
    für einen Buchteil des wahren Wertes zwangsverhökert werden, dann kann man sich nur wundern.

    Die ESM-Taskforce handelt als Bankenlobby und schmiert uns Geld-Marketing-Neologismen ums Maul.

    Die dt. Hochpolitik macht hier den tiefgebeugten Bückling, der Steuergelder offenherzig verschleudert, weil man Milliardäre retten muss.

    Und nur ein paar Schritte weiter handelt das BMJ ganz anders.

    Das BMJ betreibt durch die staatliche Versteigerungsmaschinerie bei ZAHLUNGSUNFÄHIGKEIT – Wertvernichtung im grossen Stil und treibt finanziell angeschlagene Familien in den Ruin.

    Hier zeigt die dt.Hochpolitik das wahre Gesicht seiner familienfeindlichen Einstellung.

    Menschenverachtung ist im Zwangs- und Teilungsversteigerungrecht ganz normal und für die Bundesregierung unverhandelbar.

    Die dt. Hochpolitik steht unter dringendem Verdacht der volksschädigenden CLOWNERY !!!

  • Dabei wird es auch nicht bleiben.
    Man ist ja niemandem Rechenschaft schuldig und hat außerdem volle Immunität gegen Gerichte, Parlamente oder allem was sonst noch so was zu sagen hat.
    Was für eine Farce ich kann nur auf das Bundesverfassungsgericht hoffen.
    Die EU war eine Chance und wurde mehrfach missbraucht für den Größenwahn einiger weniger.

  • O-Ton Handelsblatt: "Im Endstadium wird der Fonds über 700 Milliarden Euro verfügen."

    Das einzige was an dem Satz stimmt ist die Zahl 700 Milliarden.

    Das ist allerdings keine Summe, über die der Fonds "verfügt", sondern es ist das genehmigte Stammkapital.

    Gemäß §§39 und 41 gilt in den ersten 5 Jahren der Operation des ESM eine gemeinsame Mindestdarlehenskapazität des ESM und der EFSF von 500 Milliarden EUR.

    Das sind also die Mittel, über die der Fonds in den ersten 5 Jahren gemäß Vertrag verfügen kann.

    Die Differenz zwischen dem genehmigten Stammkapital von 700 Milliarden und der Darlehenskapazität von 500 Milliarden dient dazu die Kapitalgarantien für den Fonds auch dann über der Darlehenskapazität von 500 Milliarden zu halten, wenn bis zu 28% der Garantoren ausfallen.

    Das ist wichtig, denn ca. 80% der Mittel des ESM sollen Fremdmittel sein. Die bekommt man natürlich um so billiger, desto besser die Haftung der Mitglieder für diese Fremdmittel ausgestaltet ist.

    Im Vertrag sind Mechanismen vorgesehen, mit denen der Darlehensrahmen und das genehmigte Stammkapital erhöht werden können. Diese Mechanismen bedürfen der Zustimmung aller Mitglieder.

    Das im Artikel genannte "Endstadium" gibt es nicht - der ESM ist als eine dauernde Einrichtung vorgesehen. Dementsprechen werden natürlich die 700 Milliarden genehmigtes Stammkapital und das 500 Milliarden Darlehensvolumen irdendwann einmal nicht mehr zeitgemäß sein, und erhöht werden.

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