Rettungsschirm-Hebel
Euro-Finanzminister setzen auf IWF-Hilfe

Die Ausweitung des Rettungsschirms durch einen Hebel funktioniert nicht. Mehrere Euro-Finanzminister räumten beim Treffen in Brüssel ein, dass die Finanzmittel nicht ausreichen. Nun soll der IWF einspringen - mit Hilfe der EZB.
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BrüsselDie Finanzmagie ist gescheitert: Erst wenige Wochen nach dem Beschluss des EU-Gipfels ist klar, dass die Hebelung des Euro-Krisenfonds EFSF kleiner ausfällt als geplant. Die verbliebenen Mittel können nicht mit Hilfe privater Investoren auf die gewünschte eine Billion Euro vermehrt werden. Dies räumten mehrere Euro-Finanzminister bei einem Treffen am Dienstag in Brüssel ein. Damit wäre der Fonds nicht gewappnet, um im Notfall auch größeren Ländern wie Italien unter die Arme zu greifen.

Nun müssen neue Wege her: Mehrere Euro-Staaten verlangen ein stärkeres Engagement des Internationalen Währungsfonds (IWF) und einen härteren Sparkurs der Südländer. Weiter umstritten sind gemeinsame Anleihen der Euro-Länder (Eurobonds), die vor allem Deutschland strikt ablehnt. Einigkeit herrschte aber darüber, dass das pleitebedrohte Griechenland die nächste Finanzspritze von acht Milliarden Euro erhält. Die Minister gaben am Abend die Freigabe für die nächste Kredittranche.

Diskutiert wird vor allem über ein stärkeres Engagement des IWF. Der niederländische Finanzminister Kees de Jager schlug eine Erhöhung der Ressourcen des IWF durch dessen Mitgliedsländer vor. An der Rettung des Euro müssten „Euro-Staaten, Nicht-Euro-Staaten und nicht-europäische Staaten“ beteiligt werden. Der IWF stemmt bislang ein Drittel der Hilfskredite für hochverschuldete Euro-Staaten. Um das Grundproblem zu lösen, seien Reformen nötig: „Wir brauchen mehr Reformen und mehr Sparmaßnahmen vor allem im südlichen Europa. Das ist offenkundig.“ Ein Vorschlag der auf dem Tisch liegt sieht vor, dass die Europäische Zentralbank dem IWF Kredit gewährt, um strauchelnde Euro-Staaten stützen zu können. Die Krisenabwehr wird dringender denn je gebraucht, da der Druck auf den Währungsraum täglich steigt.

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  • Voraussetzung für die Beendigung der „Finanzkrise“ (korrekt: beginnende globale Liquiditätsfalle nach J. M. Keynes, klassisch: Armageddon) durch den eigentlichen Beginn der menschlichen Zivilisation (Natürliche Wirtschaftsordnung) ist die „Auferstehung der Toten“. Als geistig Tote sind alle Existenzen zu bezeichnen, die vor lauter Vorurteilen nicht mehr denken können. Die Basis aller Vorurteile war (und ist noch) – unabhängig von „Glaube“ (Cargo-Kult) oder „Unglaube“ (Ignoranz) – die Religion:

    http://opium-des-volkes.blogspot.com/2011/08/die-7-plagen.html

  • "Sehr bald kriegen wir die D-Mark wieder zurück"
    Was wollen Sie mit der DM? Dasselbe Elend wie vor dem Euro? Wieder diese schreckliche Armut?
    Das kann ich nicht glauben. Sie haben doch hoffentlich von Frau Merkel gelernt: Deutschland profitiert vom Euro am meisten. Das können wir nicht aufs Spiel setzen.

  • "Freigabe für Griechen-Kredite."
    Nein, wer hätte das gedacht?

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