International

_

Rettungsschirm: Spanien hat es nicht eilig mit Hilfsantrag

Die spanische Regierung will mit einem Hilfsantrag noch warten. Trotzdem erwarten die Finanzmärkte, dass das Krisenland früher oder später Hilfe aus dem Rettungsschirm ESM benötigen wird.

Der spanische Wirtschaftsminister Luis de Guindos will mit einem ESM-Hilfsantrag noch warten. Quelle: Reuters
Der spanische Wirtschaftsminister Luis de Guindos will mit einem ESM-Hilfsantrag noch warten. Quelle: Reuters

MadridSpanien wird nach Worten von Wirtschaftsminister Luis de Guindos keinen voreiligen Hilfsantrag zur Finanzierung seiner Schulden stellen. Spanien werde alles nötige tun, habe dabei aber keine Eile, antwortete de Guindos am Samstag auf die Frage, ob die Regierung in den kommenden Tagen einen solchen Antrag stellen werde. Trotz zuletzt sinkender Risikoaufschläge auf spanische Staatsanleihen rechnen die Finanzmärkte damit, dass das Land bald ein komplettes Hilfsprogramm seiner Euro-Partner über den Rettungsschirm ESM beantragen könnte und im Gegenzug dafür seine Sparbemühungen verstärken muss.

Anzeige

De Guindos erklärte weiter, die Sparanstrengungen hätten weiter eine hohe Priorität für die Regierung, die in der kommenden Woche den Haushaltsentwurf für das kommende Jahr, neue Reformpläne sowie die Ergebnisse eines Banken-Stresstests vorlegen wird. De Guindos erklärte, die Banken des Landes benötigten wohl wie zuvor veranschlagt rund 60 Milliarden Euro.

Spanien

Die Regierung hat sich für den maroden Bankensektor von den Euro-Staaten bereits eine Kreditzusage von 100 Milliarden Euro gesichert, schreckt aber bislang vor einem vollen Hilfsantrag zurück. Es sei nicht möglich, das Geld aus den Krediten für die Banken für andere Zwecke umzuleiten, ergänzte er.

  • 23.09.2012, 20:13 Uhrpastell

    Gibt es einen Grund warum Griechenland oder Spanien den Auflagen des ESM zustimmen sollte? Der Euro ist doch nicht umkehrbar. Er wird gerettet auf Teufel komm raus. Wenn auch noch so viel Papiergeld gedruckt werden muss.Also Auflagen sind unwirksam, die grosse Inflation wirds eine Zeitlang schon richten. Europa ist ein zahnloser Tiger

  • 23.09.2012, 18:51 Uhrinteressante_Laufbahn

    Gerade seine Biographie gegoogelt: der Mann war verantwortlich für Spanien und Portugal bei Lehman Brothers bis zur Pleite 2008.
    Dann kurz bei Nomura und Price Waterhouse. Scheinbar nicht lange ausgehalten dort. Jetzt spanischer Wirtschaftsminister.
    Irgendwie braucht man schon eine Karriere der besonderen Art, um in diesem ganzen Spiel mitmischen zu dürfen.

  • 23.09.2012, 00:17 UhrRechner

    De Guindos sagt
    ------------------
    De Guindos erklärte weiter, die Sparanstrengungen hätten weiter eine hohe Priorität für die Regierung
    ------------------

    Das hört man gerne.

    Denn ohne wird das nichts.

    +++

    De Guindos sagt
    ------------------
    Es sei nicht möglich, das Geld aus den Krediten für die Banken für andere Zwecke umzuleiten, ergänzte er.
    ------------------

    Auch gut, daß er das klargestellt hat.

    Damit hören die anderslautenden Pressespekulationen hoffentlich endlich 'mal auf.

  • Die aktuellen Top-Themen
Steuer-Affäre: Hoeneß soll auf T-Aktien gewettet haben

Hoeneß soll auf T-Aktien gewettet haben

Medienberichten zufolge soll sich Uli Hoeneß mit Aktien der Deutschen Telekom verspekuliert und Millionen Euro verloren haben. Damit hätte die T-Aktie neben den tausenden Kleinanlegern auch ein prominentes Opfer.

Pjöngjang: Nordkorea testet weiter Kurzstreckenraketen

Nordkorea testet weiter Kurzstreckenraketen

Trotz Sanktionen testet Nordkorea erneut Kurzstreckenraketen, nachdem Pjöngjang bereits Raketen in östliche Gewässer feuerte. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilt die Tests als Provokation. Die Lage ist angespannt.

Anti-Euro-Partei: AfD-Chef will nicht zurück zur D-Mark

AfD-Chef will nicht zurück zur D-Mark

Der Vorsitzende der AfD-Partei Bernd Lucke will nun nicht zurück zur D-Mark, sondern ist für einen Euro-Ausstieg der südeuropäischen Staaten. So könnten die Süd-Länder allmählich wieder an Wettbewerbsfähigkeit gewinnen.

Handelsblog Bringt die Bürokraten in Erklärungsnot!

Die Regierung feiert sich. Mal wieder. Das Bundeskabinett hat den Bericht des Normenkontrollrates verabschiedet. Klingt abstrakt? Hat aber ganz praktische Bedeutung, denn es geht dabei um den von allen geforderten Abbau von Bürokratie. Die... Von Florian Kolf. Mehr…

  • Konjunkturtermine
Konjunkturtermine: Wochenvorschau

Wochenvorschau

Die wichtigsten Ereignisse und Indikatoren in Europa und International