Rettungsschirm
Spanien hat es nicht eilig mit Hilfsantrag

Die spanische Regierung will mit einem Hilfsantrag noch warten. Trotzdem erwarten die Finanzmärkte, dass das Krisenland früher oder später Hilfe aus dem Rettungsschirm ESM benötigen wird.
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MadridSpanien wird nach Worten von Wirtschaftsminister Luis de Guindos keinen voreiligen Hilfsantrag zur Finanzierung seiner Schulden stellen. Spanien werde alles nötige tun, habe dabei aber keine Eile, antwortete de Guindos am Samstag auf die Frage, ob die Regierung in den kommenden Tagen einen solchen Antrag stellen werde. Trotz zuletzt sinkender Risikoaufschläge auf spanische Staatsanleihen rechnen die Finanzmärkte damit, dass das Land bald ein komplettes Hilfsprogramm seiner Euro-Partner über den Rettungsschirm ESM beantragen könnte und im Gegenzug dafür seine Sparbemühungen verstärken muss.

De Guindos erklärte weiter, die Sparanstrengungen hätten weiter eine hohe Priorität für die Regierung, die in der kommenden Woche den Haushaltsentwurf für das kommende Jahr, neue Reformpläne sowie die Ergebnisse eines Banken-Stresstests vorlegen wird. De Guindos erklärte, die Banken des Landes benötigten wohl wie zuvor veranschlagt rund 60 Milliarden Euro.

Die Regierung hat sich für den maroden Bankensektor von den Euro-Staaten bereits eine Kreditzusage von 100 Milliarden Euro gesichert, schreckt aber bislang vor einem vollen Hilfsantrag zurück. Es sei nicht möglich, das Geld aus den Krediten für die Banken für andere Zwecke umzuleiten, ergänzte er.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Rettungsschirm: Spanien hat es nicht eilig mit Hilfsantrag"

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  • Gibt es einen Grund warum Griechenland oder Spanien den Auflagen des ESM zustimmen sollte? Der Euro ist doch nicht umkehrbar. Er wird gerettet auf Teufel komm raus. Wenn auch noch so viel Papiergeld gedruckt werden muss.Also Auflagen sind unwirksam, die grosse Inflation wirds eine Zeitlang schon richten. Europa ist ein zahnloser Tiger

  • Gerade seine Biographie gegoogelt: der Mann war verantwortlich für Spanien und Portugal bei Lehman Brothers bis zur Pleite 2008.
    Dann kurz bei Nomura und Price Waterhouse. Scheinbar nicht lange ausgehalten dort. Jetzt spanischer Wirtschaftsminister.
    Irgendwie braucht man schon eine Karriere der besonderen Art, um in diesem ganzen Spiel mitmischen zu dürfen.

  • De Guindos sagt
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    De Guindos erklärte weiter, die Sparanstrengungen hätten weiter eine hohe Priorität für die Regierung
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    Das hört man gerne.

    Denn ohne wird das nichts.

    +++

    De Guindos sagt
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    Es sei nicht möglich, das Geld aus den Krediten für die Banken für andere Zwecke umzuleiten, ergänzte er.
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    Auch gut, daß er das klargestellt hat.

    Damit hören die anderslautenden Pressespekulationen hoffentlich endlich 'mal auf.

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