Revanche für Solar-Abgabe
China erwägt Strafzoll gegen EU-Importe

Um Dumping-Preisen aus China entgegenzutreten, hat die EU-Kommission Strafzölle auf Solarzellen beschlossen. Nun reagiert Peking mit den befürchteten Retourkutschen: Importierte Rohre sollen mit Abgaben belegt werden.
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DüsseldorfNach den EU-Strafzöllen für chinesische Solarpanels kommt nun die Reaktion aus Peking. Die Volksrepublik prüft die Preise von importierten nahtlosen Rohren aus der Europäischen Union, den Vereinigten Staaten und Japan, teilte das Handelsministerium am Freitag in Peking mit. Diese werden vor allen in Heißwasserspeichern und Dampfleitungen von Kraftwerken verwendet. Eine chinesische Firma hatte sich zuvor über Preisdumping beklagt.

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass die EU-Kommission grünes Licht für Sonderzölle auf Solarpaneelen aus China gegeben hat, die aus EU-Sicht wettbewerbswidrig unter Herstellungspreis auf den Markt kommen. Spätestens ab 5. Juni sollen die Solarzellen mit einem durchschnittlichen Zollsatz von 47 Prozent belegt werden. China exportiert jedes Jahr Solarprodukte im Wert von 21 Milliarden nach Europa.
Die Strafzölle wurden offiziell von der EU-Kommission nicht bestätigt. Ein Sprecher sagte am Mittwoch, er dürfe aus rechtlichen Gründen nichts über den Beschluss der EU-Kommission sagen. Derzeit gehe es nur um vorläufige Maßnahmen, bis im Dezember eine Untersuchung der Preise abgeschlossen sei: „Es wäre ja völlig sinnlos, wenn wir 15 Monate lang untersuchen würden und die Firmen, die wir vor Schaden bewahren wollen, dann noch vor dem Ende unserer Untersuchung vernichtet wären.“

Die Ermittlungen der EU waren vor allem durch eine Beschwerde des Verbandes der europäischen Solarunternehmen, EU Pro Sun, ausgelöst worden. Wegen massiver Förderung der chinesischen Solarindustrie kämen mittlerweile 80 Prozent aller Photovoltaikprodukte aus China. Europäische Hersteller hätten größte Probleme, auch nur 13 Prozent des eigenen Binnenmarktes zu halten. China habe gezielt gigantische Überkapazitäten geschaffen. Dies habe Tausende von Arbeitsplätze in Europa gekostet: „Dumping ist das Grundübel im europäischen Solarmarkt.“

Dennoch sind die Strafzölle sind in der Branche umstritten. Gegner argumentieren, sie könnten zu einer Verteuerung von Solaranlagen führen. "Insgesamt wirken sie sich meines Erachtens negativ auf die europäische Wirtschaft aus“, sagte Lothar Harings, Experte für Außenhandelsrecht im Gespräch mit Handelsblatt Online. Auch schmerzhafte Vergeltungsmaßnahmen wie die jetzt angekündigten Zölle auf importierte Rohre wurden befürchtet.

Nach der Ankündigung der Zölle hatte China allerdings zunächst zum Dialog aufgerufen. In einer Reaktion auf das Anti-Dumping-Verfahren der EU sagte der Sprecher des Handelsministeriums am Donnerstag nach Angaben chinesischer Medien, sein Land hoffe, dass der Streit durch Verhandlungen gelöst werden könne.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Revanche für Solar-Abgabe : China erwägt Strafzoll gegen EU-Importe"

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  • China liefert Solar Module zu Dumping Preisen in die EU. Dort freuen sich die Handwerksbetriebe über die guten Einkaufpreise bzw. Gewinnspannen und die Häusle Besitzer auch. Im Gegenzug geht die einheimische Solarindustrie Pleite. Gleichzeitig wird diese Solarenergie noch vom Staat subventioniert. Und das ist gut so? Eine vernünftige Lösung kann nur in Verhandlungen mit China gefunden werden.

  • wenn wir nicht 2 Billionen nach Südeuropa verschenkt hätten, könnten wir uns die teuren Autos selber kaufen und wären nicht auf chinesische Käufer angewiesen

  • Alle Länder betreiben Protektionismus, wieso sollen die Chinesen das nicht auch tun?
    Schaut nur die Subventionen der EU und Deutschlands an und da habe ich keine Fragen mehr.
    Und nebenbei gesagt, früher war bei technischen chinesischen Produkten Vorsicht angesagt, jetzt stelle ich fest, daß die Chinesen auch zunehmend Spitzenprodukte herstellen. In Deutschland muß das Zeug ja höchstens bis zum Garantieablauf halten (Sollbruchstelle).

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