„Revolutionsgarden“
Bush will iranische Teilstreitmacht auf Terrorliste setzen

US-Präsident George W. Bush will die iranischen Revolutionsgarden auf die Liste terroristischer Organisationen setzen. Es wäre das erste Mal, dass die USA Streitkräfte eines souveränen Staates offiziell als „terroristisch“ einstufen.

HB WASHINGTON. Den Medienberichten zufolge entschied sich Bush insbesondere vor dem Hintergrund wachsender Einmischung der Revolutionsgarden im Irak und in Afghanistan zu dem Schritt. Zuvor hätten ihm konservative Kreise im Kongress signalisiert, dass sie eine härtere Gangart gegen Teheran wollten. Der Einschluss in die Terrorliste ermöglicht es der US-Regierung, Vermögen der Revolutionsgarden im Ausland einzufrieren und Geschäftsbeziehungen mit ihnen zu unterbinden. Bisher hatte die US-Regierung lediglich vom Iran als „Sponsor des Terrorismus“ gesprochen.

Die Revolutionsgarden (persisch: Pasdaran) mit schätzungsweise 125 000 Mann sind Teil der iranischen Streitkräfte. Sie verfügen über eigene Heeres- und Marineeinheiten und sollen für das gesamte Raketenarsenal des Iran verantwortlich sein. Unter einem gemeinsamen Generalstab sind sie mit der regulären Armee verbunden, die etwa 420 000 Soldaten hat.

Die Revolutionsgarden entstanden während der Islamischen Revolution von 1979, als sich lose Kampfverbände von Schah-Gegnern zu einer unabhängigen Streitmacht für Revolutionsführer Khomeini formierten. Paramilitärische Pasdaran-Verbände wurden dann auch im Krieg gegen den Irak (1980-88) eingesetzt.

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