Rex Tillerson : So tickt Trumps neuer Außenminister

Rex Tillerson
So tickt Trumps neuer Außenminister

Kann ein Ex-Ölmanager mit Russlands Aggressionen und mit Menschenrechtsfragen umgehen? Der designierte US-Außenminister Rex Tillerson musste sich im Senat kritischen Fragen stellen – und kam mehr als einmal ins Stolpern.
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San FranciscoDie Chance konnte sich Marco Rubio einfach nicht entgehen lassen. Der Senator und unterlegene Bewerber als Präsidentschaftskandidat der Republikaner bemühte die allseits bekannten exzellenten Beziehungen von Rex Tillerson zu Russlands Wladimir Putin, um eine Frage zu klären, die ihm auf der Zunge lag.

Ob Donald Trumps Kandidat für den Posten des Außenministers glaube, dass Hackerangriffe zur Beeinflussung der US-Wahlen ohne das Wissen des russischen Präsidenten möglich seien, wollte Rubio wissen. Nein, antwortete der Träger des russischen Ordens der Freunde des russischen Volkes: „Es ist eine faire Annahme (dass er informiert war und es gebilligt hat)“.

Es war nicht der einzige Standpunkt, bei dem sich der frühere Chef des Ölkonzerns ExxonMobil bei seiner Befragung durch den Senat uneins mit seinem künftigen Präsidenten zeigte. Der hatte lange schlicht abgestritten, dass Russland überhaupt digital in den Wahlkampf eingegriffen hatte. Mittlerweile räumt auch Trump die Möglichkeit ein, spielt es aber als Bagatelle herunter.

In der Befragung lehnte Tillerson einen pauschalen Einwanderungsstopp für Muslime ab, räumte ein, dass es einen Klimawandel gebe und bekräftigte das Eintreten Amerikas für seine Alliierten in der Nato. Auf die Frage, ob Putin wegen seiner Rolle im Syrienkrieg ein Kriegsverbrecher sei, wich Tillerson allerdings aus: „Das Wort würde ich nicht benutzen“.

Ein US-Außenminister hat viele Probleme, die er angehen muss. Aber für Tillerson stand nur eines im Vordergrund: Russland. Der Mann, der über Jahrzehnte im Auftrag von Exxon tiefe Verbindungen nach Russland bis in die höchsten Kreise aufgebaut hat, war bemüht, eine stramme Haltung gegenüber der Macht im Osten zu definieren. Russland sei eine Gefahr, bekräftigte er, wenngleich er den IS-Terror als Problem Nummer eins bezeichnete.

Er werde dem russischen Expansionsstreben klar entgegentreten, versprach Tillerson. Die europäischen Verbündeten hätten begründete Angst vor Russland. Er hätte damals der Ukraine Waffen geliefert, wäre er im Amt gewesen. Nato-Flugzeuge hätten an den Grenzen der Ukraine Informationen über Truppenbewegungen für die Ukraine gesammelt, obwohl sie kein Natomitglied ist.

Doch das alles machte er mit einem Schlag wieder zunichte, als er sich nicht mehr daran erinnern konnte, dass ExxonMobil noch vor kurzer Zeit Lobbyarbeit gegen die Sanktionen betrieben hat, die wegen der Annexion der Krim und des Ukraine-Konflikts über Russland verhängt wurden. Sie hatten unter anderem einen gigantischen, bis zu 500 Milliarden Dollar schweren Deal über die Ausbeutung arktischer Ölvorkommen auf Eis gelegt.

Diesen Mega-Deal hatte Tillerson persönlich mit dem russischem Staatskonzern Rosneft, sprich Putin, eingefädelt. Bald wird er womöglich in der besten denkbaren Position sein, um die Sanktionen aufheben oder ändern zu können. Wird er als Minister bestätigt, wird er bei seinem Ausscheiden als Exxon-Chef ein Ruhestandspaket von gigantischen 180 Millionen Dollar bekommen. Damit werden auch Aktienoptionen abgegolten, die eigentlich erst in der Zukunft zuteilungsfähig gewesen wären.

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  • Zu den "Aggressionen" genügt ein einziger Satz von Ron Paul zu der Präsidentschaft des Drohnennobelpreisträgers:
    "Sounds about right for a president who bombed 7 nations and became the first in U.S. history to be at war every single day of his eight year administration."
    http://www.zerohedge.com/news/2017-01-08/ron-paul-sums-nobel-peace-prize-winning-president-obama-one-short-sentence
    Alleine im Jahr 2016 26.171 Bombenabwürfe in 7 Staaten (Syrien, Irak, Afghanistan, Libyen, Jemen, Somalia, Pakistan).
    Und Trump übernimmt tatsächlich den größten Scherbenhaufen der US-Geschichte von Obama:
    - Staatsverschuldung mehr als verdoppelt (jetzt 20 Billionen USD)
    - systematischer Abbau von Freiheitsrechten
    - Politik des "Regime Change", der etliche Staaten in Krieg und Chaos gestürzt hat
    - Entfachung eines neuen Kalten Krieges mit einer Eskalationspolitik gegenüber Russland bis zum Schluss
    - Unterstützung u.a. von Saudi-Arabien als Terrorfinanzierer des IS usw. usf.
    DER " MESSIAS" IST AUF GANZER LINIE GESCHEITERT:
    "Die USA haben eher den Anschein eines Gefängnisplaneten als eines Landes der Freien und Unabhängigen. (...)
    Der Friedensnobelpreisträger Obama hat in seiner Amtszeit in sieben Ländern einen Krieg angefangen und lässt dabei bis heute wehrlose Zivilisten bombardieren. Der IS, eine perverse Missgeburt der US-Geheimdienste, ist während Obamas Regentschaft aus seinem Loch gekrochen, um die ganze Welt zu terrorisieren. Wie können die Medien einfach übersehen, dass dieser smarte Kerl jeden Dienstag Listen unterzeichnet, auf denen steht, wer durch Drohnen ermordet werden soll? Wie kann es sein, dass uns dieser Mann, der sich nach seinen Mordaufträgen der Welt mit Familie und Hund als sympathischer Typ von Nebenan präsentiert, von der angeblich vierten Gewalt im Land so dermaßen falsch dargestellt wird?"
    http://juwelen-magazin.com/2016/12/11/das-scheitern-des-schwarzen-messias/

  • @Arjuna Shiva
    Das war unter den Demokraten und Republikaner Marionetten von Bush über Clinton bis Obama so. Trump will doch genau diese Poltiik beenden. Es soll ein Keil zwischen Trump und Putin getrieben werden. Das haben Putin und Trump auch schon erkannt und lassen diese Keiltreiberei einfach an sich abprallen.

  • @arjuna shiva: Große Klasse auch von mir. Marionetten-Schreiberlinge wie Postinett braucht keiner. Wahrheits- und Info-Gehalt dieses Propaganda-Artikels = 0.

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