Rezession
Die Wirtschaftskrise erfasst Nordeuropa

Die globale Wirtschaftskrise hat nun auch Nordeuropa mit voller Wucht erreicht: Neue Zahlen belegen, dass Dänemark, Finnland und Schweden erstmals seit langer Zeit in einer tiefen Rezession stecken. Und auch Norwegen, das nicht der Europäischen Union angehört, kämpft mit einer schrumpfenden Wirtschaft.

STOCKHOLM. Am schwersten ist Schweden betroffen. Die mit Abstand größte Volkswirtschaft in Nordeuropa ist im vierten Quartal 2008 um ganze 4,9 Prozent auf Jahresbasis geschrumpft. Gegenüber dem dritten Quartal ging das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 2,4 Prozent zurück. Für das laufende Jahr prognostizieren die Ökonomen des Statistischen Zentralamtes in Stockholm einen Rückgang um 2,7 Prozent – das stärkste Minus seit 1940.

„Das sind sehr dramatische Zahlen“, sagte Schwedens konservativer Regierungschef Fredrik Reinfeldt und drückte die Befürchtung aus, dass man sich jetzt in einer zweiten Phase der Krise befinde, die vor allem die schwachen Volkswirtschaften in Osteuropa treffen werde.

Schweden ist durch seine Exportindustrie besonders von der weltweiten Rezession betroffen. Die Exportindustrie steht für etwa die Hälfte der gesamten schwedischen Wirtschaftsleistung. Unternehmen wie Ericsson, SKF, Electrolux und Volvo haben in den vergangenen Wochen umfangreiche Sparprogramme präsentiert. Der historisch schwache Kurs der schwedischen Krone gegenüber Euro und Dollar konnte ein wenig den Auftragsrückgang von 7,2 Prozent im vierten Quartal 2008 kompensieren, aber nicht vollständig ausgleichen.

Besonders beunruhigt sind Experten von der stark eingebrochenen Binnennachfrage. Obwohl die schwedische Koalitionsregierung bereits im Herbst umfassende Steuersenkungen durchgeführt und die Zentralbank die Leitzinsen auf 1,0 Prozent gesenkt hat, ging der private Konsum um 3,3 Prozent zurück.

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