Rezession
Spaniens Wachstumsgeschichte ist vorbei

Spanien ist nach 15 Jahren Wachstum in die Rezession gerutscht. Die Wirtschaftsleistung sei im Herbst im Vergleich zum Vorjahr um rund 1,5 Prozent geschrumpft, teilte das Wirtschaftsministerium mit. Die Regierung sucht ihr Heil in milliardenschweren Konjunkturprogrammen.

HB MADRID. Es stützt sich dabei auf eine Modellrechnung zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vierten Quartal. „Die Trendrechnung zeigt, dass der Konjunktureinbruch größer sein wird als im Vorquartal“, sagte eine Ministeriumssprecherin.

Das Land hat wirtschaftlich eine Talfahrt erlebt wie kaum ein anderer Staat in Europa. Vor gut einem Jahr lag die Wachstumsrate noch bei 3,5 Prozent, und in Spanien wurden mehr Arbeitsplätze geschaffen als in den meisten anderen EU- Ländern.

Jetzt hat Spanien mit 12,8 Prozent die höchsten Arbeitslosenquote in der Eurozone. „Die Arbeitslosigkeit ist unsere größte Sorge“, sagte Wirtschafts- und Finanzminister Pedro Solbes. „Es besteht Einvernehmen darüber, dass die Lage 2009 schlechter sein wird als 2008.“ Nach Experten-Schätzungen könnte die Arbeitslosenquote auf 15 bis 16 Prozent steigen.

Der Aufschwung des vergangenen Jahrzehnts beruhte auf einem Immobilienboom und auf der starken Binnennachfrage, die zwischen 2002 und 2006 um 40 Prozent wuchs. Die Verschuldung der Familien explodierte in dieser Zeit um 49 Prozent, die der Unternehmen sogar um 67 Prozent. Das Einzige, was kaum wuchs, war die Produktivität. Sie stieg von 2005 bis 2007 nur um 0,55 Prozent – weit weniger als in den großen OECD-Ländern. Spaniens Wettbewerbsfähigkeit schmolz dahin.

„Die kurzfristigen Aussichten sind düster und ungewiss“, schreibt auch der Internationale Währungsfonds. „Wenn keine weitgehenden Strukturreformen durchgeführt würden, könne Spanien in einen Teufelskreis „aus geringer Konkurrenzfähigkeit, niedrigem Wachstum, einer langen Entschuldungsphase und hoher Arbeitslosigkeit fallen“.

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