Rezessionsgefahr
EZB-Schattenrat fordert Zinssenkung

Der EZB-Schattenrat fordert die EZB auf, umgehend den Leitzins zu senken. Dem Gremium gehören 15 renommierte Ökonomen aus Finanzinstituten und Forschungsinstituten an, zwölf von ihnen mit einer klaren Haltung.
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FrankfurtWie das Handelsblatt erfuhr, votierten zwölf der 15 Mitglieder auf der jüngsten Sitzung des Gremiums für eine sofortige Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB), um der zunehmenden Rezessionsgefahr zu begegnen. Von diesen befürworteten sieben eine kräftige Senkung um einen halben Prozentpunkt auf ein Prozent.

Nach Einschätzung der Experten werden die auf dem EU-Gipfel in Brüssel beschlossenen höheren Kapitalanforderungen für die Banken vor allem in den Südländern zu einer Kreditklemme führen und dadurch die Rezessionsgefahr im Euroraum weiter erhöhen.

Ihr Programm zum Ankauf von Staatsanleihen von Krisenländern, derzeit vor allem von Italien und Spanien, sollte die EZB nach Ansicht der großen Mehrheit der Experten trotz der auf dem Gipfel beschlossenen Hebelung des Rettungsfonds EFSF unbedingt fortsetzen.

„Die EZB muss weiter ihre Bereitschaft zu Anleihekäufen signalisieren. Sie ist die einzige Institution mit unbegrenzten Finanzmitteln", forderte Elga Bartsch: Europa-Chefvolkswirtin, Morgan Stanley, und stieß damit auf breite Zustimmung. Denn die meisten Schattenräte sind sehr skeptisch was die Umsetzung der Hebelung angeht.

Sie zweifeln daran, dass es gelingen wird, hinreichend viele private Finanzmittel und solche von außerhalb des Euro-Raums anzulocken, dass die Hebelung der Fondsmittel auf mehr als eine Billion Euro tatsächlich gelingt. „Hoffnungen, dass der Internationale Währungsfonds oder China in großem Umfang Geld beisteuern, dürften enttäuscht werden“, sagte Eric Chaney, Chefvolkswirt des französischen Versicherungskonzerns Axa.

Norbert Häring berichtet für das Handelsblatt über Wirtschaftswissenschaften. Quelle: Pablo Castagnola
Norbert Häring
Handelsblatt / Ökonomie-Korrespondent

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  • Egal auf was die Zinsen gesenkt werden. Niedrige Zinsen sind keine (große) Motivation für Investitionen mehr. Die lange Jahre währende Unfähigkeit der Politik mündet nun in eine Handlungsunfähigkeit! Bei Vertrauen in das politische und wirtschaftliche Umfeld investiere ich auch bei 8%, heute nur bei deutlich unter 3% bis gg Null!

  • In die Schar der Lobbyisten fehlen unbedingt Vertreter der Sparer. Ohne eine adäquate Vertreter dieser Gruppe stirbt demnächst auch die Gruppe der "Vorsorger". Und dann fällt ein gewaltiges Geschäftsmodell zusammen - zumindest das der Versicherer.

  • Das kann schon nicht mehr wahr sein, es geht einem bei diesem SCHEISS EURO KONSTRUKT langsam das Vokabular aus!

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