Rhetorik zum US-Haushaltsstreit
„Wie eine Atombombe“

Den USA droht der Bankrott – doch wie schlimm wäre das wirklich? Weil die Folgen niemand absehen kann, sind die Prophezeiungen umso düsterer. Starinvestor Warren Buffett zog gar Parallelen zu Massenvernichtungswaffen.
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WashingtonDer zermürbende Streit um den US-Haushalt beschäftigt die amerikanischen TV-Sender rund um die Uhr. Da laufen Countdowns herunter, Schreckensszenarien werden entworfen, Experten vor die Kamera gezerrt. Wie schlimm wird es, sollten die USA ab Donnerstag kommender Woche erstmals ihre Schulden nicht mehr bedienen können?

Wer aus diesem Informationsbrei herausragen will, muss entweder prominent sein oder die drastischsten Worte benutzen. Oder beides – so wie Warren Buffett: Der Starinvestor zog kürzlich gar eine Parallele zu Massenvernichtungswaffen. Politiker sollten aufhören, die Kreditwürdigkeit der USA als Verhandlungsmasse zu missbrauchen, sagte der Milliardär dem US-Magazin „Fortune“. Solche Drohungen sollten „wie eine Waffe“ verboten werden. „Es sollte wie bei Atombomben sein – grundsätzlich zu furchtbar, um sie einzusetzen“.

Countdown

Noch

bis zum Staatsbankrott.

Buffett, ein Unterstützer von US-Präsident Barack Obama, spielte damit auf die Republikaner an. Angestachelt von der radikalkonservativen Tea Party drohen sie damit, die nötige Erhöhung der Schuldenobergrenze abzulehnen, sollte Obama nicht seine Gesundheitsreform beschneiden und drastische Sparmaßnahmen einleiten.

Gleichzeitig befindet sich die Regierung seit mehr als einer Woche im so genannten „Shutdown“ – rund 800.000 Staatsbedienstete sind im Zwangsurlaub, weil sich Regierung und Opposition noch immer nicht auf einen neuen Haushalt einigen konnten.

Am 17. Oktober werden die USA nun das Schuldenlimit von derzeit 16,7 Billionen Dollar erreicht haben – ab dann muss Obama neue Schulden aufnehmen, um Zinsen auf ausgegebene Staatsanleihen, Sozialleistungen und Rechnungen bezahlen zu können. Verweigert sich der Kongress, in dem die Republikaner im Repräsentantenhaus die Mehrheit haben, träte zum ersten Mal in der US-Geschichte der technische Zahlungsausfall ein.

Für Buffett und andere prominente Marktteilnehmer ein Albtraum-Szenario. So warnte etwa auch Lloyd Blankfein, Chef der Investmentbank Goldman Sachs, vergangene Woche vor unabsehbaren Folgen. „Es gibt einen Präzedenzfall für den Shutdown der Regierung“, sagte er, „aber es gibt keinen Präzedenzfall für einen Zahlungsausfall.“ Mohamed El-Erian, Chef des weltgrößten Anleiheinvestors Pimco, befürchtet eine „Kettenreaktion“ für die Märkte. „All das würde den Gegenwind für das Wirtschaftswachstum verstärken. Es würde auch die Rolle der USA in der Weltwirtschaft untergraben.“

Kommentare zu " Rhetorik zum US-Haushaltsstreit: „Wie eine Atombombe“"

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  • Nett, dass Sie so denken.

  • Die Erde wird sich weiter drehen und spätestens nächstes Jahr ist alles vergessen und Schnee von gestern, weil sich die Politiker spätestens nach größeren Demonstrationen doch irgendwie geeinigt haben. Letztendlich wird weiter Geld gedruckt, was die letzten Jahrzehnte ja auch ganz gut geklappt hat und ein bisschen Inflation schadet ja nicht...

  • Im Falle eines Bankrottes (Staatsbankrott) wird jeder Gläubiger seine Forderungen faelligstellen. Dann wird Bargeld sehr sehr knapp - Buchgeld ist nichts wert!

    Das ist0 das Scenario - das ist so gefuerchtet - dass zuwenig Geld (Bargeld) besteht.

    Anders formuliert - die Forderungen krachen und alle Gläubiger krachen mit - muss man noch deutlicher werden?????

    jos

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