Rice soll vor Kommission aussagen
Anti-Terror-Politik der USA im Fadenkreuz

Das Weiße Haus gibt nach: US-Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice wird nun doch öffentlich und unter Eid zur Anti-Terror-Politik aussagen.

HB WASHINGTON. Rice soll vor der Kommission zur Untersuchung der Terroranschläge vom 11. September 2001 zu Vorwürfen des ehemaligen Terrorberaters Richard Clarke Stellung nehmen. Er hatte der Regierung vergangene Woche vorgeworfen, Warnungen vor dem Terrornetzwerk El Kaida monatelang nicht ernst genug genommen zu haben. Stattdessen habe sich alles auf einen geplanten Angriff auf den Irak konzentriert.

Seine Vorwürfe haben scharfe Kritik an der Regierung hervorgerufen. Das Weiße Haus wies Clarkes Aussagen entschieden zurück und versuchte, den ehemaligen Mitarbeiter in einer ungewöhnlich intensiven Medienkampagne zu diskreditieren.

Sowohl Republikaner als auch Demokraten forderten einen öffentlichen Auftritt Rices unter Eid. Das Weiße Haus hatte dies bislang aus prinzipiellen Gründen abgelehnt. Ein solcher Auftritt könne das Vertrauensverhältnis zwischen Präsident und Sicherheitsberater kompromittieren.

Rice hatte der Kommission bereits hinter verschlossenen Türen Rede und Antwort gestanden. Mit der Aussage von Clarke habe die Kommission aber weiteren Informationsbedarf, teilte sie mit. Angehörige von Terroropfern nahmen es Rice übel, dass sie zwar nicht vor der Kommission, dafür aber auf allen Fernsehkanälen Stellung zu Clarkes Vorwürfen nahm.

Die Kommission wird auch mit Präsident Bush und dessen Stellvertreter Richard Cheney zusammentreffen. Bislang sollten diese Gespräche nur von den beiden Vorsitzenden geführt werden. Das Weiße Haus willigte nun ein, alle zehn Mitglieder der Kommission bei diesen Gesprächen zuzulassen. Der Abschlussbericht der Kommission, die untersucht, ob die Anschläge zu verhindern gewesen wären, soll Ende Juli veröffentlicht werden.

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