Rice: Untersuchung eingeleitet
Tote bei antiamerikanischen Protesten

In Afghanistan sind acht Menschen bei Demonstrationen gegen die USA getötet worden. Seit Tagen gibt es gewaltsame Proteste, weil US-Soldaten einen Koran entweiht haben sollen.

HB BERLIN. Bei antiamerikanischen Protesten in Afghanistan sind acht Menschen getötet worden. Als hunderte Demonstranten die Büros von zwei Hilfsorganisationen stürmen wollten, eröffneten Polizisten das Feuer auf die Protestierenden. Dabei wurden drei Männer getötet.

Als die Polizei in der Provinzhauptstadt Kala-i-Naw auf Demonstranten schoss, starb ein weiterer Mann. In Ghasni im Südosten des Landes stürmten Demonstranten auf die Residenz des Gouverneurs. Sie skandierten «Tod für Amerika». Als die Polizei in die Menge schoss, wurden drei Demonstranten tödlich getroffen, sagte ein Arzt des städtischen Krankenhauses. Auch ein Polizist sei erschossen worden.

Auslöser für die anhaltenden Proteste waren Berichte des amerikanischen Nachrichtenmagazins «Newsweek», wonach US-Soldaten in dem US-Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba einen Koran in eine Toilette geschmissen und somit entweiht haben.

Seit Beginn der Unruhen am Mittwoch kamen insgesamt 15 Menschen ums Leben. Der pakistanische Außenminister Khursheed Kasuri verurteilte am Freitag die mutmaßliche Schändung des Korans und forderte Washington auf, den Bericht zu untersuchen. Auch in Pakistan gab es Proteste, die jedoch friedlich blieben.

Die Verantwortlichen müssten hart bestraft werden, sollte sich der Bericht als wahr erweisen, sagte US-Außenministerin Condoleezza Rice. Die Streitkräfte hätten eine Untersuchung eingeleitet.

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