Rice verliert langsam die Geduld
USA setzen Nordkorea offenbar Ultimatum

Im Atomstreit haben die USA Nordkorea offenbar Ende Juni als Ultimatum für eine Rückkehr an den Verhandlungstisch gesetzt. US-Außenministerin Condoleezza Rice habe bei ihrem Besuch in China in dieser Woche deutlich gemacht, dass die USA nicht länger als ein Jahr seit der letzten Gesprächsrunde Ende Juni 2004 warten wollten, sagte ein japanischer Diplomat am Mittwoch in Tokio.

HB TOKIO. Wenn es bis dahin keine neuen Verhandlungen gebe, dächten die USA über die Einschaltung des UN-Sicherheitsrates nach, der dann Sanktionen gegen das kommunistische Land verhängen kann. Die Geduld der USA gehe allmählich zu Ende, sagte der Diplomat.

Rice hatte in dieser Woche bei ihrem Besuch in China deutlich gemacht, dass die USA über auch über andere Mittel nachdenken müssten, um Nordkorea an den Verhandlungstisch zurückzubringen. Details nannte sie nicht, ein Militärangriff sei aber nicht geplant. Der japanische Diplomat sagte, Sanktionen des UN-Sicherheitsrates seien eine der US-Optionen. Die letzten so genannten Sechs-Parteien-Gespräche zwischen Nordkorea, Südkorea, Japan, USA, China und Russland über das Atomwaffenprogramm der Regierung in Pjöngjang fanden Ende Juni 2004 statt. Anschließend hatte sich Nordkorea aber aus der Runde zurückgezogen und im Februar erstmals offiziell erklärt, über Atomwaffen zu verfügen. „Rice hat klar gemacht, dass die Sechs-Parteien-Gespräche nicht für immer beendet sein sollen“, sagte der Diplomat.

In dem Atomkonflikt gilt China als wichtiger Vermittler. Nordkoreas Ministerpräsident Pak Pong Ju traf sich am Mittwoch mit Chinas Präsident Hu Jintao, den die USA gedrängt hatten, seinen Einfluss geltend zu machen. Am Vortag hatte Pak nach ersten Gesprächen in Peking eine Rückkehr zu den Verhandlungen nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Dazu müsste aber bestimmte Bedingungen erfüllt sein, hatte er im chinesischen Fernsehen erklärt, ohne dies auszuführen. China gilt als wichtigster Verbündeter Nordkoreas. 70 % der Lebensmittel- und Energiehilfen Nordkoreas kommen aus China.

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