Rick Perry verzichtet auf Kandidatur
Erster Republikaner gibt auf

Das Feld lichtet sich: Der Texaner Rick Perry gibt als erster republikanischer Präsidentschaftsanwärter auf. Die scheinbar unaufhaltsame politische Dampfwalze Donald Trump drängt alle Konkurrenzen von der Straße.

WashingtonAls erster der bislang 17 republikanischen Präsidentschaftsbewerber zieht sich der frühere Gouverneur von Texas, Rick Perry, aus dem US-Präsidentschaftswahlkampf zurück. Er gab seinen Rückzug am Freitag in St. Louis in Missouri bekannt. Seine Kampagne war zuletzt denkbar schlecht gelaufen, ihm fehlten massiv finanzielle Mittel, enttäuschte Unterstützer hatten sich abgewandt.

„Wir haben ein überwältigendes Kandidatenfeld, vielleicht das beste seit einer Generation. Deshalb trete ich zur Seite, ich weiß, dass unsere Partei in guten Händen ist“, erklärte Perry in einer Mitteilung. Er hat keinen der anderen Kandidaten ausdrücklich seinen potenziellen Unterstützern als Favoriten empfohlen.

Mit Popularitätswerten, die hartnäckig an der Null-Prozent-Marke herumdümpelten schwand nicht nur die Leidenschaft des Politikers. Es wurde zudem immer schwerer Wahlkampfspenden einzusammeln. Perry hatte schon 2012 versucht für das Weiße Haus zu kandidieren, war aber auch gescheitert. Unvergessen ist sein Patzer bei einer TV-Debatte, als er vollmundig versprach drei überflüssige Ministerien auf Bundesebene aufzulösen, wenn er gewählt werde. Auf Nachfrage fiel ihm dann nicht mehr ein, welche Ministerien. Noch kurz vor seinem aktuellen Eintritt in den Wahlkampf Anfang Juni erklärte er, er sei diesmal besser vorbereitet. Zeigen konnte er es nicht mehr.

Es ist vor allem dem Überraschungskandidaten Donald Trump zu verdanken, dass einstige Favoriten wie Rand Paul oder Ted Cruz, anfangs als Top-Kandidaten gehandelt, in den Popularitätswerten kontinuierlich absacken. Das gilt auch für Jeb Bush, der zunächst als praktisch gesetzt galt und nun in wichtigen Wahlumfragen nur noch an dritter Stelle hinter Reality-TV-Star Donald Trump und dem Neurochirurgen Ben Carson. Bush verlor gerade erst drei prominente Spendensammler in Iowa und in New Hampshiere, einm der einem als entscheidend geltenden Bundesstaat verlor er nach einer NBC-Umfrage seit Juli 50 Prozent seiner Anhänger, während Trump weiter dominiert. Rand Paul ist derzeit in der Gefahr, den zehnten Platz in den Umfragen zu verlieren und damit seinen Platz in der nächsten TV-Diskussionsrunde.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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